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„Thalia“-Filialleiterin Erika Föst heißt Peter Grote willkommen. Foto: Meyer
„Thalia“-Filialleiterin Erika Föst heißt Peter Grote willkommen. Foto: Meyer
20.11.2017

Paul Grote stellte bei „Thalia“ seinen neuesten Weinkrimi vor

Pforzheim. Man nimmt am besten die französische Autobahn über Straßburg, setzt die Reise über Besançon und Beaune fort, umfährt einen Teil Lyons und biegt auf der Autoroute du Soleil bei der Abzweigung nach Marseille auf die Languedocienne ab. Die mächtige Rhône hatte man schon vorher im Blick, aber hier kommt man dahin, wohin genau auf dieser Route Paul Grote seine Figuren gelenkt hat – zu den Weinbergen bei Avignon in diesem schönen Teil von Frankreichs Süden, in dem Trauben reifen, die besonders unter der Marke Châteauneuf du Pape zu einem glücklichen Erlebnis werden.

Nicht ohne Grund wird der Wein zuerst erwähnt: Krimiautor Paul Grote, der am Freitagabend mit einigen edlen Probierflaschen und seinem neuesten Buch „Am falschen Ufer der Rhône“ bei der Buchhandlung „Thalia“ zu Gast war, bekennt: „Mord ist nicht unbedingt mein Thema, ich trinke immer einen vor dem Mord, dann lässt sich’s aushalten.“ Dass es sich bei dem mildernden Gläschen um Wein handelt, darf nicht nur vermutet werden. Grote empfiehlt einen mäßigen, aber auf besondere Qualität ausgerichteten Genuss des Rebensaftes. Der Autor und Journalist Grote ist ein exzellenter Weinkenner. Wer seine in den verschiedensten Weinlandschaften angesiedelten Krimis liest – mit „Auf der falschen Seite der Rhône“ legt er bereits den 14. Band vor – lernt schnell, dass die Anschläge auf Leib und Leben oft nur ein Mittel sind, gründlich recherchiert und fundiert auf Landschaften, ihre Weine und die meist etwas knorrigen und knarzigen Bewohner einzugehen. Die Handlung ist erfunden, die Orte sind real.

In seinem neuesten Kriminalroman, in dem verhältnismäßig wenig Blut aus den Buchseiten, aber viel Wein in die Gläser rinnt, geht es um zwei Weinbaugebiete – Châteauneuf du Pape und Côtes du Rhône, eben „links und rechts der Rhône“ – und zwei jeweils dort angesiedelte Winzerbrüder. In diese Weinregion kommt aus St. Emilion im Bordeaux Simone Latroye als Praktikantin und lernt dort den deutschen Önologen Thomas Achenbach kennen. Den beiden, die – wie könnte es anders sein – eine gewisse Sympathie füreinander entdecken, erscheint einiges in Verbindung mit Unglücks- und Vermisstenfällen seltsam, sie kommen schließlich einem kriminellen Netzwerk auf die Spur. Natürlich gehen auch hier Wein und Verbrechen Hand in Hand.

Die Handlung der geschickt konstruierten Geschichte ist durchaus spannend, was aber den Reiz des Buches ausmacht, sind die intensiven Einblicke in die Region. Es sind die liebevoll gezeichneten Charaktere ihrer Bewohner und es ist die profunde Weinkenntnis. „Auf der falschen Seite der Rhône“ ist ein Weinkrimi von Deutschlands bekanntestem Autor dieses Genres, der viele faszinieren kann: Liebhaber des edlen Rebensaftes, Krimifans und nicht zuletzt all jene, die sich nach der Lektüre des Buches am liebsten sofort in Richtung südliches Frankreich ins Auto setzen möchten.