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Alte Wirkungsstätte: Peter Jacobi (Zweiter von rechts) mit Dekan Michael Throm, Claudia Baumbusch (Kulturamt, rechts) und Stiftungsmanagerin Katrin Zauner. Foto: Meyer
Alte Wirkungsstätte: Peter Jacobi (Zweiter von rechts) mit Dekan Michael Throm, Claudia Baumbusch (Kulturamt, rechts) und Stiftungsmanagerin Katrin Zauner. Foto: Meyer
09.05.2018

Peter Jacobi stiftet hoch dotiertes Stipendium für Absolventen der HS Pforzheim

Pforzheim. Mit über 80 Jahren ist es für Professor Peter Jacobi Zeit, zurückzuschauen – und in die Zukunft zu blicken. Denn die hat er mit der von ihm gegründeten Stiftung, die junge Designer und Künstler fördern wird, fest im Blick.

Um was geht es?

Der emeritierte Professor für Skulptur an der Fakultät für Gestaltung will mit seiner Stiftung Absolventen der Hochschule fördern. „Völlige Freiheit“, ist ihm dabei besonders wichtig – sowohl was die Arbeit der künftigen Stipendiaten, als auch deren Auswahl durch eine Jury angeht. Wichtig ist allerdings, dass die Geförderten am Anfang ihrer Karriere stehen und ein überzeugendes Projekt präsentieren. „Das ist ein ganz entscheidender Zeitraum im Designerleben“, weiß Dekan Michael Throm. Nach dem Studium, eventuell in einer Anstellung, habe man „noch Flausen im Kopf“. Mit der Unterstützung durch das Stipendium könne der Weg in die Selbstständigkeit gewagt werden.

Wie ist das Stipendium dotiert?

Bis zu 30 000 Euro jährlich soll die Förderung betragen. Dazu müssen allerdings noch Sponsoren oder Zustifter eingeworben werden. Im Erbfall fließt das gesamte Vermögen Jacobis, darunter auch das große Wohn- und Ateliergebäude in Wurmberg, in die Stiftung. „Eine Möglichkeit, sinnvoll Geld unterzubringen, denn es geht an junge Menschen“, sagt Throm, der sich angesichts des „Sponsoren-Feuerwerks“ im vergangenen Jahr wünscht, dass „das Kerzlein in diesem Jahr nicht erlischt“.

Wer ist im Stiftungsrat?

Wie sich Sponsoren für eine Sache begeistern lassen, das hat Jubiläumskoordinator Gerhard Baral unter Beweis gestellt. Er ist stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender, dem Stiftungsrat steht Peter Jacobi vor. Mit dabei sind auch Kulturamtsleiterin Angelika Drescher, Professor Michael Throm, Künstlerin Monika Ziemer und Katrin Zauner von der „Stiftung für die Region“ der Sparkasse Pforzheim Calw, unter deren Dach sich Jacobi begeben hat. Im jährlichen Wechsel küren Jurys aus Mitgliedern der Hochschule und externen Designer sowie des Kulturamts, der Kunstvereins und externen Kunsthistorikern die Stipendiaten.

Wann geht es los?

Die Ausschreibung soll 2020 erfolgen, das Stipendium dann ab 2021 starten. Um mitten in der Ornamenta des Jahrs 2022 zu enden – „und wir machen das, egal, ob es eine Ornamenta gibt oder nicht“, sagt Throm.

Wie profitiert die Stadt?

Zum einen schafft eine solche Stiftung natürlich Renommee und „ist eine Kunstfördermaßnahme für die Stadt und die Region“, sagt die stellvertretende Kulturamtsleiterin Claudia Baumbusch. Ganz konkret ist der Stipendiat aufgefordert, das Ergebnis der zwölfmonatigen Arbeit in einer vom Kulturamt organisierten Ausstellung zu präsentieren.

Wer ist Peter Jacobi?

Peter Jacobi ist ein international renommierter Künstler, der vor allem als Bildhauer und Fotograf geschätzt wird. 1935 in Ploiesti (Siebenbürgen) geboren, kommt er 1971 nach Pforzheim. „Da saßen dann die Professoren Jablonsky, Mosny, Stark, Weißbrodt und Reiling am runden Tisch und entschieden über meine Aufnahme“, erinnert er sich. 27 Jahre lang habe er in der Holzgartenstraße mit sehr großer Freiheit gearbeitet und sei auch der Stadt für die Würdigung seiner Arbeit mit Ausstellungen und Ankäufen dankbar.