nach oben
Präsentieren das neue Buch: Alexander Weber vom Goldstadt-Jubiläumsteam, Michael Throm, Birgit Meyer und Thomas Hensel (von links). Foto: Roller
Präsentieren das neue Buch: Alexander Weber vom Goldstadt-Jubiläumsteam, Michael Throm, Birgit Meyer und Thomas Hensel (von links). Foto: Roller
07.11.2018

„Pforzheim strotzt vor Kreativität“: Hochschule gibt Buch zum Thema Luxus heraus

Pforzheim. Geld, Zeit, Verzicht: Luxus kann viele Facetten haben. Wie viele, das zeigte im vergangenen Jahr die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim, als sie sich über die Grenzen der Disziplinen hinweg dem Thema widmete.

Es gab eine Ausstellung im Alfons-Kern-Turm, zahlreiche Vorträge, ein zweitägiges Symposium sowie eine Designwoche. Und jetzt gibt es ein Buch, das die Design-Aktivitäten dokumentiert. Ein 248 Seiten dicker Band, der in dieser Form einzigartig sein dürfte. „Es gibt derzeit keine bessere Publikation, die das Thema Luxus in diesem Facettenreichtum spiegelt“, sagt Thomas Hensel.

Goldmanifest von Meese

Zusammen mit Robert Eikmeyer, Birgit Meyer, Jan Of und Michael Throm ist der Professor für Kunst- und Designtheorie einer der Herausgeber. Zahlreiche Autoren haben sich an dem Buch beteiligt, darunter auch einige Künstler, zum Teil mit Originalbeiträgen.

Etwa Jonathan Meese, der extra für das Buch ein Goldmanifest verfasst hat. Auch zahlreiche Designer haben Beiträge geliefert, Theoretiker sich Gedanken über das Thema Luxus gemacht. Etwa Bazon Brock, der erst vor kurzem einen seiner berühmten Vorträge an der Hochschule hielt. Die Autorin Greta Taubert hat sich auf die Suche nach einem anderen Reichtum gemacht. Fotoaktivist Raphael Fellmer erklärt, wie das Retten von Lebensmitteln für ihn zum Luxus wurde.

Daneben stehen gleichberechtigt die Arbeiten der Studenten. Auch sie haben den konventionellen Begriff des Bling-Bling-Luxus kritisch hinterfragt. Etwa Victoria Reize, deren Luxus der Trotz ist: Sie sagt, dass man sich Trotz heute nicht mehr erlauben könne. Oder Sonja Keppler, die vermeintlich unwichtige, wertlose Dinge wie Verschlusskappen und Gefäße aus Kunststoff gesammelt und daraus etwas Neues, Schönes, Künstlerisches gemacht hat.

„Wir zeigen mit diesem Buch, dass Pforzheim vor Kreativität geradezu strotzt“, sagt Hensel. Das Buch dokumentiert nicht nur, sondern experimentiert, wirkt performativ. Um den Bildern genug Raum zu geben, ist man bei der Gestaltung zurückhaltend vorgegangen. Die vielfach ausgezeichnete Designagentur „magma“ aus Karlsruhe hat sich darum gekümmert. Die Texte sind auf Werkdruckpapier, die Bilder auf Glanzpapier gedruckt. Manche sehen aus wie Fehldrucke, weil bewusst ein Farbkanal herausgenommen wurde. Und das zurückspringende Cover lässt die Seiten offen liegen.