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Gute Besprechungen erntete die Pforzheimerin Claudia Speer bereits für ihren ersten Mittelalterroman. Nun legt sie den zweiten Band vor, der ebenfalls in Phorzein und der Umgebung spielt.
Gute Besprechungen erntete die Pforzheimerin Claudia Speer bereits für ihren ersten Mittelalterroman. Nun legt sie den zweiten Band vor, der ebenfalls in Phorzein und der Umgebung spielt.
26.07.2017

Pforzheimer Autorin und die fesselnde Geschichte um Ritter Guy

Pforzheim. Deutschland im Jahre 1197 – und Guy of Gisborne ist wieder unterwegs: Die Pforzheimer Autorin Claudia Speer hat die Fortsetzung ihres historischen Romans veröffentlicht. Sie hat ihren raubeinigen Helden im zweiten Band von Phorzein und dem Schwarzwald aus auf eine weitere abenteuerliche Mission geschickt – dieses Mal geht es am Rhein entlang, hinüber ins Elsass nach Strazpurc und Basel.

In „Der Normanne, der Knappe und das verschenkte Schwert“ wandeln der Ritter und sein Schreiber und Übersetzer Jakob dabei erneut auf Pfaden, die historisch nicht immer belegbar, aber deswegen nicht weniger spannend sind. Auch der zweite Band um den Normannen ist ein Buch zum Festlesen, fantasievoll und mit viel Wortwitz atmosphärisch dicht erzählt, unterhaltsam und dabei fesselnd wie ein Krimi. Ein Lesespaß selbst für die, die mittlerweile genug vom alleweil gefeierten Mittelalter haben.

Den aus seiner Heimat verbannten Guy of Gisborne, der englischen Robin-Hood-Legende entlehnt, hat Claudia Speer kurzerhand nach Pforzheim und in die Region verfrachtet. Das bietet Raum für Missverständnisse und Staunen über andere Lebensweisen, fördert aber ebenso die nicht unerwartete Erkenntnis, dass Gauner und Schurken genau wie schöne Frauen und edle Ritter eben überall unterwegs sind. So etwas kann durchaus auch komische Momente aufweisen, wird hier aber getragen von der profunden Kenntnis der Autorin über die zeitgeschichtlichen Hintergründe und die Lebensumstände der Menschen abseits der herrschaftlichen Burgen und Schlösser. „Das kleine, einfache Leben jener Zeit hat seinen Reiz“, sagt Speer. „Ich betrachte es als eine interessante Aufgabe, diesen historischen Hintergrund zu beleuchten.“

So sind Guy Not und Elend ebenso vertraut wie Glanz und Reichtum. Seine Figur, angelegt auf einem schwankenden Grat zwischen edler Gutherzigkeit und düsterem Haudegen, gewinnt im neuen Roman mehr und mehr Kontur und lässt auch mitfiebern und mitleiden, wenn der ansonsten hieb- und stichfeste Adelige in eine Falle tappt. Guy ist, das merkt man, der Autorin ans Herz gewachsen („Das muss er ja“, sagt Speer), er nimmt aber genauso den Leser für sich ein – auch wenn es schwer ist, dem jungen Knappen Jakob mit dem klaren Verstand und dem Löwenherzen den Rang abzulaufen.

Es ist eine hehre Mission, in der der bärbeißige Normanne unterwegs ist und die ihn mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenführt. Ausgangspunkt der Geschichte der gefährlichen Reise ist das Zusammentreffen mit dem mysteriösen Adelphos, der ein Geheimnis zu wahren hat. Es geht, soviel sei verraten, um das legendäre Schwert König Arthurs, um die Befreiung des jungen Königs Wilhelm, der Königin und ihrer Töchter. Eine schwere Aufgabe, denn skrupellose Verfolger sind Guy und Jakob – zu ihnen gesellt sich später noch die schöne Heilerin Miriam – dicht auf den Fersen.

Für Speer, gelernte Schmuckdesignerin, war die Entdeckung ihres schriftstellerischen Talents der Aufbruch in eine völlig neue Welt. „Das Schreiben hat mich geradezu überwältigt“, erinnert sie sich. Mittlerweile ist die Schriftstellerei aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken – es war beinahe eine Notwendigkeit, dass die Abenteuer Guy of Gisbornes in einem zweiten Band fortgesetzt wurden. Inzwischen, verrät sie, geht es am heimischen Schreibtisch für den Normannen in die dritte Runde.