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Alexandra Göhring (von links), KoKi-Chefin Christine Müh, Professor Thomas Hensel, Birgit Meyer und Angelina Malyusina präsentieren die neue Filmreihe.  Foto: Frommer 

Pforzheimer Kooperation nimmt Computerspiele kritisch unter die Lupe

Pforzheim. Hochschule und Kommunales Kino präsentieren gemeinsam die neue Filmreihe „Play Hard“. Sie wollen ab dem 5. November die Schnittmenge zwischen Film und Computerspielen aufzeigen. Professor Thomas Hensel machte gestern bei der Vorstellung deutlich: „Das Computerspiel ist eine wahnsinnig mächtige Erscheinungsform des Spiels“. Es sei, so Hensler weiter, „wirtschaftlich bedeutender als die gesamte Filmindustrie zusammengenommen: Hollywood, Bollywood, Nollywood“. Außerdem fließe das Spiel in zunehmendem Maß auch in Unternehmen ein, um dort langweilige Routineaufgaben erträglicher zu gestalten.

Die „verspielte Gesellschaft“ ist Schwerpunkt der gemeinsamen Filmreihe der Kooperationspartner KoKi und HEED (dem von Thomas Hensel an der Hochschule geleiteten Institute for Human Engineering & Empathic Design). Als thematischer Einstieg sind (jeweils an einem Dienstagabend, ab 18 Uhr) drei Filme vorgesehen: am 5. November Steven Spielbergs „Ready Player One“ aus dem Jahr 2018, am 12. November der 96-minütige Streifen „Tron“ (1982) von Steven Lisberger, der, so Thomas Hensler, „Design-Geschichte geschrieben hat“, und am 19. November der Film „Ben X“ von Regisseur Nic Balthazar, der ebenfalls zwischen Realität und Online-Welt changiert. Vorläufiger Höhepunkt der von der Karl Schlecht Stiftung geförderten Reihe wird am 26. November der Vortrag von Medienwissenschaftler Andreas Rauscher, Universität Siegen, zum Thema „Film & Games – ein Wechselspiel“ sein.

„Wir wollen Computerspiele weder adeln, noch als rohes Entertainment abkanzeln“, betonte Hensel im Kommunalen Kino, „sondern wir wollen es aus einer kritischen Distanz analysieren“. Nicht zuletzt seien Computerspiele durch Halle und andere tragische Vorfälle ja auch immer wieder in den Schlagzeilen. Studien, machte Hensel im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ weiter deutlich, widerlegen die ursächliche Wirkung von Computerspielen bei Gewalttaten. Sie verweisen klar auf das soziale Umfeld der Täter und beschreiben allenfalls eine verstärkende Wirkung von Computerspielen.