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Marina Müllerperth spielt einen facettenreichen Mozart.
Marina Müllerperth spielt einen facettenreichen Mozart.
Mit großem Können und Ausdrucksvermögen überzeugen die jungen Pianisten der Klavierpädagogin Sontraud Speidel (rechts) beim Inner Wheel Club Nordschwarzwald in der Sparkasse.  Molnar
Mit großem Können und Ausdrucksvermögen überzeugen die jungen Pianisten der Klavierpädagogin Sontraud Speidel (rechts) beim Inner Wheel Club Nordschwarzwald in der Sparkasse. Molnar
Julian Finckh (12) und David Carl Heinz (10, rechts) begeistern mit einer flotten Beethoven-Interpretation.
Julian Finckh (12) und David Carl Heinz (10, rechts) begeistern mit einer flotten Beethoven-Interpretation.
22.02.2016

Phänomenales Inner-Wheel-Benefizkonzert in der Sparkasse

Die Beifallsstürme, Blumen und Bravo-Rufe der 360 Gäste haben sie mehr als verdient – die zehn jungen Pianisten aus der Region und Klasse von Sontraud Speidel. Beim neunten Benefizkonzert des Inner Wheel Clubs Nordschwarzwald in der Sparkasse, das von der renommierten Karlsruher Klavierpädagogin und Hochschulprofessorin moderiert wurde, imponierten die hochtalentierten Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe mit großem technischem Können und Ausdrucksvermögen.

Und nicht nur das: Einige glänzten auch mit Eigenkompositionen. Der Erlös des zweijährlich stattfindenden, von der PZ unterstützten Konzertes geht je zur Hälfte an die Bolzplatzliga des Sportkreises Pforzheim-Enzkreis und das Piano-Podium Karlsruhe.

Zum Auftakt präsentierten Julian Finckh (12) und David Carl Heinz (10) eine vierhändige Bearbeitung von Beethovens Deutschem Tanz Nr. 1 und 2, spielten nicht nur flott über Kreuz, sondern tauschten auch dazwischen die Plätze. Solistisch meisterte Julian Bartóks Tanz e-Moll und David Carl die Uraufführung seines „Traurigen Stücks an einem traurigen Tag“ op. 27, das er nach den Anschlägen in Paris schrieb. Erstaunlich, wie viel Gefühl der Zehnjährige auszudrücken imstande ist.

Selbstbewusste Sechsjährige

Auch der Jüngste des Abends, Konstantin Khachaturyan (6), rührte das Publikum. Klein und zart, mit einem Hocker unter den Füßen, ging er bei drei kurzen Stücken selbstbewusst zur Sache. Geradezu hartnäckig kehrte Charlotte Kaiser das Hauptmotiv ihrer Eigenkomposition „Introduction et Marche obscure“ op. 15 hervor, mit dem die Zwölfjährige aus Niefern den Förderpreis von „Jugend komponiert“ gewann und nun zur Uraufführung brachte. Bemerkenswert ihr klarer Anschlag, ihr unverkennbarer Gestaltungswille.

Bezaubernd schön auch die Leistung der beiden Pforzheimerinnen: Alice Schneider (16) brachte Liszts anspruchsvolle „Wasserspiele der Villa d’Este“ wunderbar zum Glitzern und Plätschern. Jungstudentin Linda Grizfeld (19) berauschte mit dem ähnlich triller- und tremoloreichen Ravel-Meisterwerk „Jeaux d’eau“. Einen ausgezeichneten Hindemith (Interludium aus „Ludus tonalis“) – mit wimmelnd schnellen Tönen und überraschendem Schluss – präsentierte Jens Scheuerbrandt (15), einen leichten und facettenreichen Mozart (erster Satz aus der Sonate C-Dur KV 330) die bestens bekannte, aus Maulbronn stammende Marina Müllerperth (20), die gerade von einer Welt-Tournee-Reise mit ihrer Schwester Magdalena zurückgekehrt ist.

Berauschendes Konzerterlebnis

Temperamentvoll zeigte sich Ena Han (17), der eine ausgezeichnete Interpretation von Beethovens „Waldstein-Sonate“ (1. Satz) gelang – präzise, dynamisch differenziert und ausdrucksstark. Zum Abschluss überwältigte Uram Kim (18) mit einer mitreißenden Klassik-Jazz-Mischung – bei der Konzertetüde op. 40 Nr. 3 von Kapustin. Ein wahrhaft berauschendes Erlebnis junger Künstler.