75. Geburtstag des Pianisten Justus Frantz
Justus Frantz, Pianist, sitzt in seiner Wohnung in Hamburg an einem Flügel. Am Donnerstag tritt er in Bad Wildbad auf. 

Pianist Justus Frantz vor Auftritt in Bad Wildbad: "Auf einem neuen Flügel zu spielen, ist immer toll"

Bad Wildbad. Am Donnerstag (16 Uhr) tritt der erfolgreiche Pianist und Dirigent Justus Frantz im Kurtheater Bad Wildbad auf. Zuvor hat er sich mit der "Pforzheimer Zeitung" unterhalten.

Herr Frantz, wie kam die Verbindung zu Bad Wildbad zustande?

Justus Frantz: Ich war etliche Monate hier zur Reha. Einer meiner ersten Spaziergänge, nachdem ich wieder laufen konnte, führte mich vorbei an einem mit Sperrholz eingezäunten alten Theaterbau. "Das könnt ihr doch nicht abreißen", dachte ich und habe sofort Lothar Späth angerufen. Von ihm erhielt ich die Versicherung, dass, wenn Eigenmittel aufgebracht würden, auch das Land bereit sein werde, das Haus zu erhalten. In der Folgezeit habe ich Künstler wie Will Quadflieg und Christoph Eschenbach nach Wildbad geholt und mich mit aller Kraft für den Erhalt eingesetzt. Nicht unerwähnt bleiben darf der Einsatz von Dr. Eckhard Peterson bei der Entwicklung des Fördervereins und bei der Spendenakquise.

Was faszinierte und fasziniert Sie immer noch an diesem Haus?

Es ist das schöne Gebäude selbst, aber dahinter steht auch die Überzeugung, dass ein Kurort mehr braucht als Gesundheitsangebote. Es muss in ihm etwas mit kultureller Tradition und Klasse geben – man muss beides zusammenführen. Und nun habe ich natürlich Erwartungen: Auf einem schönen neuen Flügel zu spielen, ist immer toll. Darauf freue ich mich. Und dennoch kann ich diesmal nicht lange bleiben. Ich muss leider am Freitag wieder nach Hamburg zurück.

Was werden Sie spielen – und warum gerade das?

Ich werde Beethoven spielen, das war auch ein Wunsch des Veranstalters. Ausgesucht habe ich die Mondscheinsonate – Klaviersonate Nr. 14, die "Pathetique" – die Klaviersonate Nr. 8, und die "Appassionata" – die Klaviersonate Nr. 23. Das sind faszinierende Werke, in denen Beethoven sich zum ersten Mal zu sich selbst bekennt.