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Pablo Picasso hat seine Musen auch inspiriert, wie die Bilder von Françoise Gilot zeigen, die in Riegel zu sehen sind. Foto: Seeger
Pablo Picasso hat seine Musen auch inspiriert, wie die Bilder von Françoise Gilot zeigen, die in Riegel zu sehen sind. Foto: Seeger
Museumschef Jürgen A. Messmer freut sich, so viele Picasso-Gemälde – wie hier ein Porträt von Dora Maar – in Riegel zeigen zu können. Foto: Seeger
Museumschef Jürgen A. Messmer freut sich, so viele Picasso-Gemälde – wie hier ein Porträt von Dora Maar – in Riegel zeigen zu können. Foto: Seeger
23.06.2017

Picasso und seine Musen - Kunsthalle Messmer zeigt Ausstellung

Der Künstler Pablo Picasso hatte viele weibliche Musen. Die Kunsthalle Messmer zeigt, wie sehr sie ihn beeinflusst haben.

Sie standen ihm Modell und prägten seine Kunst: Frauen an der Seite des Malers Pablo Picasso dienten dem Künstler als Musen. Sie wurden von ihm auf Bildern verewigt und sind so ein Stück Kunstgeschichte geworden. Eine Ausstellung in der Kunsthalle Messmer in Riegel bei Freiburg rückt Picassos Frauen in den Fokus. Es ist eine Ausstellung, die neue Wege geht, weil sie sich nicht allein auf Picasso und dessen Kunst beschränkt.

Einige der Frauen waren selbst künstlerisch aktiv. Ihre Werke hängen in dem Museum nun neben den Picasso-Bildern. Die Frauen bekommen so eine eigene Geschichte.

Die Ausstellung in Riegel mit dem Titel „Picasso und die Frauen“, die bis Mitte November zu sehen ist, zeigt mit mehr als 120 Werken Picassos Frauenbilder – und blickt gleichzeitig hinter die Kulissen. Sie erzählt die Geschichte der Frauen, die Picassos Kunstobjekte wurden und dann oft eigene Wege gingen. Und zeigt deren Kunst. So sind zahlreiche Gemälde, Zeichnungen und Fotografien zu sehen, unter anderem von Françoise Gilot, Dora Maar und Fernande Olivier.

Die Nähe zum Genie

„Einige der Frauen in Picassos Leben waren selbst künstlerisch tätig und von beachtlichem Talent“, sagt Museumschef Jürgen A. Messmer: „Sie profitierten von der Nähe zu diesem künstlerischen Genie, standen allerdings stets auch in seinem Schatten, aus dem sie sich nur schwer oder gar nicht lösen konnten.“

Sylvette David (83) ist eine der Frauen, die Picasso begeisterten. Die damals 19-Jährige stand dem Maler im Frühjahr 1953 Modell. Die junge Frau mit Ponyfransen und hohem Pferdeschwanz wurde zur Stilikone der damaligen Zeit. Sie inspirierte den Spanier zu der mehr als 50 Werke umfassenden Porträtserie „Sylvette“, die innerhalb von nur drei Monaten entstand und die zu den bekannten Arbeiten Picassos gehört.

„Ich fühlte mich wie Mona Lisa, weil der berühmte Picasso mich angeschaut hat“, erinnert sich die Frau heute: „Mir war damals nicht klar, wie sich die Bilder verbreiten würden.“ Sylvette, die sich heute Lydia Corbett nennt, wurde nach den Treffen mit Picasso selbst Künstlerin. Mehr als 20 ihrer Werke, alle aus Privatbesitz, werden in Riegel gezeigt.

Zur Sprache kommen in Riegel auch die Schattenseiten des großen Künstlers, sagt Ausstellungsmacherin Stefanie Thomas: „Frauen, die sich nicht unterordneten, legte Picasso häufig Steine in den Weg und versuchte, den Erfolg der Frauen zu verhindern.“ Galerien blieben zunächst zurückhaltend, weil Picasso interveniert habe. Doch die Künstlerinnen machten ihren Weg. Die Schau in Riegel sei damit auch ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit – und des sich verändernden Frauenbildes.