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Mit dem Rücken zur Wand stehen die Kultureinrichtungen der Stadt, hier vertreten durch Mitglieder des Kulturrats: Rainer Bartels (Literatur), Heike Seyboth (Soziokultur), Inga Läuter (Literatur), Raphael Mürle (Darstellendes Spiel), Sibylle Burrer (Bildende Kunst), Christine Müh (Kino) und Maria Ochs (Soziokultur, von links).
Mit dem Rücken zur Wand stehen die Kultureinrichtungen der Stadt, hier vertreten durch Mitglieder des Kulturrats: Rainer Bartels (Literatur), Heike Seyboth (Soziokultur), Inga Läuter (Literatur), Raphael Mürle (Darstellendes Spiel), Sibylle Burrer (Bildende Kunst), Christine Müh (Kino) und Maria Ochs (Soziokultur, von links).
12.01.2017

Plakataktion macht auf die heftigen Streichungen im Haushalt aufmerksam

Nein, so ganz unwidersprochen wollen und können sie die geplanten Kürzungen im Kulturhaushalt nicht hinnehmen. „Zumal wir das Gefühl haben, da wurden Pi mal Daumen irgendwelche Summen angesetzt“, sagt Raphael Mürle, stellvertretender Vorsitzender des Pforzheimer Kulturrats.

Und: „Wir haben uns die Institutionen angeschaut und können nur schwer nachvollziehen, bei wem viel, gar nicht oder irgendetwas gekürzt wurde.“

Doch Jammern ist die Sache des Kulturrats nicht, viel lieber nutzen die Mitglieder ihr kreatives Potenzial. Und so werden den Pforzheimern in den kommenden Monaten immer wieder Slogans begegnen, die der Grafiker Uli Ganter erdacht und optisch umgesetzt hat. Als Plakate auf den Kultursäulen und in den Schaufenstern, in Druck-Erzeugnissen und online. Da könnte sich dann, so die Leiterin des Kommunalen Kinos, Christine Müh, in ihren Programmheften einer dieser fünf Solgans an dem Platz finden, der eigentlich für die Ankündigung einer Veranstaltung gedacht war. Wenn diese mangels finanzieller Mittel ausfallen muss. Statt mit erhobenem Zeigefinger, überraschen die Plakate und Anzeigen mit augenzwinkerndem Witz. Und geben letztlich auch der Hoffnung Ausdruck, dass es mit solch drastischen Sparmaßnahmen nicht weitergehen kann, dass Stadt und Institutionen verstärkt an einem Strang ziehen müssen.

Denn die jüngsten Streichmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung geschahen meist nicht in Absprache mit den Betroffenen. „Ich habe am Tag vor der Veröffentlichung durch einen Anruf von der Höhe der Summe erfahren“, berichtet Maria Ochs, Leiterin des Kulturhauses Osterfeld. Und Christine Müh liest in der PZ, was dem Koki an Finanzmitteln künftig fehlen wird.

„Vorsicht! Frisch gestrichen“ ist dann auch auf einem der Plakate zu lesen. Und: „Wer Kultur kürzt, kürzt das Leben“. Um dies immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, soll sich der Rotstift, der auf allen Plakaten zu sehen ist, „wie ein roter Faden durch die Veröffentlichungen in dieser Stadt ziehen“, sagt Christine Müh.

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