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Beim Forellenquintett sind die Musiker in ihrem Element: Lorenz Chen, Kang-Un Kim, Hiyoli Togawa, Simon Wallinger und Yu-Ching Wang (von links). Foto: Fotomoment
Beim Forellenquintett sind die Musiker in ihrem Element: Lorenz Chen, Kang-Un Kim, Hiyoli Togawa, Simon Wallinger und Yu-Ching Wang (von links). Foto: Fotomoment
15.09.2015

„Podium junger Künstler“ überzeugt mit Schubert in der Lienzinger Marienkirche

Mühlacker. Junge Musiker sind anders als Routiniers. Gerade wenn sie nach umfassenden Studien und ersten Wettbewerbserfolgen professionelles Niveau erreicht haben, können sie zupackend frisch und mit dem Charme derjenigen auftreten, denen die musikalische Welt offen steht.Mit geradezu ansteckender Spielfreude präsentierten sich jedenfalls auf dem „Podium junger Künstler“ beim „Musikalischen Sommer“ in Lienzingen nach dreitägiger intensiver Probenarbeit ein Projektorchester unter der Leitung von Simon Wallinger und „Junge Münchner Solisten“ – vor allem die letzteren als Musiker mit hohem Anspruch.

Lorenz Chen (Violine), Hiyoli Togawa (Viola), Yu-Ching Wang (Violoncello), Simon Wallinger (Kontrabass) und Kang-Un Kim (Klavier) lieferten eine Interpretation des „Forellenquintetts“ von Franz Schubert ab, deren heiteres Singen und wogendes Rauschen ihresgleichen suchen. Fröhlich ließen Streicher- und Klavierstimmen im letzten Satz die Forelle aufspringen und beendeten den spielerischen Reigen mit auftrumpfendem Furor.

Schon zuvor hatten die Bratschistin Hiyola Togawa und der Pianist Kang-Un Kim aufhorchen lassen. Mit geschmeidigem Bratschen-Ton und virtuosem Feinschliff formte Togawa zusammen mit dem Podiums-Orchester unter Wallingers Leitung aus dem Viola-Konzert D-Dur von Carl Stamitz konzertante Kostbarkeiten.

Im Allegro funkelten rasantes Laufwerk, Doppelgriff-Skalen und eine hinreißend schöne Kadenz. Das Andante hätte kaum sanglicher ausgestaltet werden können, lebendiger könnte das Rondo nicht sein. Danach zelebrierte Kang-Un Kim den langsamen Satz aus Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 1 mit feinfühligem Anschlag – intim, verträumt, melancholisch. Einfühlsam legte das Orchester dazu gedämpfte Klangteppiche aus. Da möchte man endlos zuhören.