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Safiye Can
Safiye Can
25.03.2016

Poesie ist ihre Musik: Safiye Can liest

Pforzheim. Hinter dem Literaturfestival „Sprachsalz“, das vom 6. bis 8. Mai erstmals in Pforzheim stattfindet, steckt ein besonderes Konzept, das den Besuchern Zugang zu zeitgenössischer Literatur bietet.

Veranstaltungsort ist das „Parkhotel“, in dem die Autoren auch übernachten werden. Die PZ stellt heute die Autorin Safiye Can vor.

Die Autorin

Safiye Can wurde 1977 als Kind tscherkessischer Eltern in Offenbach geboren. Sie studierte in Frankfurt Philosophie, Psychoanalyse und Rechtswissenschaft. Can ist Mitarbeiterin der Horst-Bingel-Stiftung für Literatur und hat zuvor als Regieassistentin gearbeitet. Außerdem leitet sie Schreibwerkstätten unter anderem an Schulen.

Das Werk

„Wie viel anderes soll eine Dichterin noch sein, wenn sie eine Dichterin ist?“, fragt die Safiye Can in ihrem Lyrikband „Rose & Nachtigall“, in dem sie auf das alte Motiv der Diwan-Literatur zurückgreift und in die Gegenwart überträgt: „Unterwegs lese ich durchnässte Träume auf/und hänge sie an die Wäscheleine/in meinem Herzen/ das Herz einer Nachtigall/weiß nicht, wohin die Lebensleiter anlegen/wohin mit Händen und Füßen/an welches Postfach/die Enttäuschung adressieren.“ Cans Texte leben vom Bilderreichtum und zeigen, dass Heimat, auch die sprachliche, nicht auf einen Ort reduziert sein muss.

Ihr Schreibstil

„Safiye Can nimmt es sehr genau mit dem persönlichen Ton. Angefangen von der richtigen Tonalität der Tonlage oder -farbe des stimmlichen Ausdrucks bis hin zum jeweils einzig passenden Tonfall jeder kleinsten rhythmischen Einheit des poetischen Textes hat sie stets alles präzise im Ohr und wacht darüber als ihr kostbarstes Eigentum. Es ist ihre Musik“, so der Autor und Übersetzer Gerhardt Cseijka.

Die Lesung

Zu Sprachsalz wird Safiye Can ihre beiden Gedichtbände „Rose & Nachtigall“, von dem mittlerweile die vierte Auflage gedruckt wird, und „Diese Haltestelle hab ich mir gemacht“ mitbringen. Inga Läuter