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Beim Filmdreh in der Nähe von Hohenwart: Ana Kugli und Sebastian Seibel, im Hintergrund die Kultur Schaffer.  Foto: Koss 

Projekt begleitet Mitglieder des Kultur Schaffer Vereins - Sebastian Seibel und Ana Kugli drehen Imagefilm

Pforzheim. Ruhig und besonnen koordinieren Ana Kugli und Sebastian Seibel die zwölf anwesenden Mitglieder des Kultur Schaffer Vereins vor der Kamera. Eine Wiese am Hohenwarter Ortsausgang Richtung Unterreichenbach dient an diesem Montagabend als Kulisse. Die Sonne berührt schon fast die Baumwipfel und taucht die Landschaft in warmes Licht.

Die Idee, einen Imagefilm mit den Mitgliedern des Kultur Schaffer Vereins zu produzieren, kam ursprünglich von Wolfgang Bürger, Mitglied im Verein und seit vielen Jahrzehnten mit der Marionettenbühne „Mottenkäfig“ eine kreative Instanz in Pforzheim. „Es soll ein Kunstfilm werden, ein künstlerisches Projekt, das die Menschen über Ästhetik auf unseren Verein aufmerksam macht“, erklärt Markus Weiß, Sprecher des Vereinsvorstands.

Dreh nach Sonnenuntergang

Gedreht wurden am Montag zwei von vier Szenen für den etwa zwei Minuten langen Clip – nach Sonnenuntergang auch am „Seehaus“. Jede Szene behandelt einen der vier Absätze vom „Chor der Elfen“, dem „Intro“ zu Goethes „Faust 2“. Jener „Faust“, der es am Pforzheimer Theater nicht über die ersten Vorstellungen hinaus brachte, da der stets verneinende Geist Corona zum Abbruch der weiteren Termine führte. Wie schon zuvor in vier verschiedenen Stücken, hat sich der Verein auf der Bühne am Waisenhausplatz eingebracht und auch den „Chor der Elfen“ gesprochen. „Da lag es nahe, dass wir die bereits gelernten Textzeilen in unseren Film einbringen“, ergänzt Sprecher Weiß. Das Landes-Sozialministerium stellte zudem noch Gelder für den Verein bereit. So stand einer professionellen Umsetzung des voraussichtlich im November im Kommunalen Kino Pforzheim Premiere feiernden Projekts nichts mehr im Wege.

Mit Ana Kugli, Texterin und Autorin, wie auch Sebastian Seibel, Fotograf und Redakteur, fanden sich schnell qualifizierte und motivierte Macher für das Projekt. Neben der Tätigkeit als Medienschaffende bei ihrer „Ton-Bild-Schau“ produzieren die beiden den wöchentlich erscheinenden Kultur-Podcast „Hallo Pforzheim“ und sind so manchem, zumindest über ihre Stimmen, bekannt. Im Laufe des Oktobers werden die restlichen zwei Szenen gedreht, die Tonspur des „Elfenchors“ im Studio des Theaters über die Videoaufnahmen gelegt und von Seibel geschnitten. Dann geht es für die Kultur Schaffer hoffentlich auch bald zurück ans Theater.

Gemeinschaft schafft Kultur

Seit der Gründung auf Initiative von Thomas Münstermann, dem Intendanten des Pforzheimer Theaters, im Jahr 2018 steht der Verein Kultur Schaffer in engem Kontakt mit der Bühne. Die Idee ist, die Barriere zwischen Zuschauern und Bühne zu überbrücken. Seit ihrem Bestehen haben die Kultur Schaffer in vier Produktionen mitgewirkt („Der Silbersee“, „Das Rheingold“ sowie „Faust“ eins und zwei). Im nächsten Projekt wird es um kulturelle Teilhabe gehen. Der Verein möchte helfen, Angebote in allen Sparten und für jede Person zugänglich zu machen: mit Freikarten, um finanzielle Hürden abzubauen, oder mit dem Angebot, Menschen in jeder körperlichen oder seelischen Verfassung zu kulturellen Angeboten zu begleiten. Seit Juni haben die Kultur Schaffer einen Laden in der Jahnstraße 7, der zu Dialog, Ausstellungen und vielem mehr einlädt.

Internet: www.kultur-schaffer.de