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Stimmungsvoll: Ralf Kling an der Gitarre im Brötzinger „Exil“. Foto: Meyer
Stimmungsvoll: Ralf Kling an der Gitarre im Brötzinger „Exil“. Foto: Meyer
30.11.2018

Ralf Kling spielt im „Exil“ eine große Auswahl bekannter französischer Lieder

Pforzheim. Kerzen auf dem Tisch und Kekse, Kaffeeduft und Lichterketten: Wo sonst eher Rock der härteren Gangart gespielt wird, liegt ein Hauch von Paris, eine Mittelmeer-Brise und viel „Je t’aime“ in der Luft.

Ralf King singt im Brötzinger Café „Exil“ französische Chansons – und die behandeln recht häufig das Thema Liebe. Etwa die wunderbare Liebeserklärung Francis Cabrels an sein Kind: „Je t’aimais, je t’aime et je t’aimerai“(Ich liebte dich, ich liebe dich und ich werde dich lieben).

Aber auch die großen Klassiker hat Kling im Programm: Etwa Joe Dassins „Salut les amoureux“ (Hallo den Verliebten), das in Deutschland ganz profan als „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ von Rudi Carrell bekannt wurde. Immer wieder schön auch Michel Polnareffs flehentliche Bitte „Please Love Me“. Und nicht nur in diesem Song kann Ralf Kling beweisen, wie groß der Umfang seines Baritons ist und wie nahtlos ihm der Registerübergang gelingt. Versiert ist auch sein Gitarrenspiel, das gerne mal eine Bouzouki wie bei Georges Moustaki „Le Métèque“ imitiert, oder für ein Akkordeon herhalten muss wie bei Jacques Brels ziemlich derber Beschreibung des Matrosenlebens in „Amsterdam“. Doch Kling kann nicht nur lieblich, sondern auch mit lauter Stimme protestieren, etwa wenn er in dem Song „Le France“ von Michel Sardou in die Rolle des einst so berühmten und dann abgewrackten Passagierdampfers schlüpft: „Nennt mich nie wieder ,Frankreich’. Frankreich hat mich im Stich gelassen.“ In Gilbert Bécauds Chanson „Le Rhône“ klagt der Fluss über die Zerstörung der Natur, während Georges Brassens in seinem „Chanson pour l’Auvergnat“ ein „Lied an den guten Menschen“ singt.

Der Französischlehrer am Keppler-Gymansium schlägt einen weiten Zeitbogen: Von Charles Trenets „Le Mer“ von 1943, das immer mal wieder beim „Tatort“ im Hintergrund erklingt, bis zum Zaz-Hit „Je veux“ von 2010. Natürlich sind auch all die großen, teils schon verstorbenen Chanson-Helden dabei: Edith Piaf („Vie en rose), Bécaud („Nathalie“), Johnny Hallyday („Retiens la nuit), Charles Aznavour („La Bohème“) und viele weitere.

Bereits im fünften Jahr lädt Kling zum Chansonabend ins „Exil“. Nicht nur das Stammpublikum singt dann begeistert mit bei Adamos „Inch’Allah“, Christophes „Aline“ und natürlich bei Gerard Lenormands „Ballade des gens heureux“, der Ballade der glücklichen Menschen, die an diesem Abend Ralf Kling mit jubelndem Beifall feierten.