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Stefan Faas neben seiner aktuellen Cortenstahl-Stele „Kephalos II“ (auf Deutsch etwa „schöner Kopf“). Der Bildhauer bearbeitet Themen, die die Menschheit umtreiben, und übersetzt sie in Form, Spannung und Bewegung. Fotos: Meyer
Menschliches Antlitz auf ein Minimum reduziert: zwei Skulpturen aus der „Testa“-Reihe, vorne mit polierter Edelstahl-Oberfläche, hinten aus Cortenstahl.
Die Ausstellung mit dem Titel „Reflektionen“ ist im Landratsamt zu sehen.
14.09.2018

„Reflektionen“: Stahlbildhauer Stefan Faas eröffnet seine Ausstellung im Landratsamt

Pforzheim. Die Stelen tragen Namen aus der antiken Mythologie wie Kephalos, Testa, Lucia&Electra. „Dort sind die Konflikte der Menschen, die Beziehungen und Leidenschaften, Größe und Tragik exemplarisch dargelegt“, sagt Stefan Faas, dessen Werke ab kommendem Montag im Landratsamt zu sehen sein werden.

So loten seine Paarfiguren die vielschichtigen, häufig ambivalenten Beziehungsgefüge zwischen zwei Individuen aus.

Bildergalerie: "Reflektionen": Ausstellung von Stefan Faas im Landratsamt

„In den vergangenen Jahren hat sich Stefan Faas formal konsequent weiterentwickelt“, sagt Regina Fischer, die den Enzkreis seit über 15 Jahren als externe Beraterin begleitet. Die Cortenstahl-Stelen führten den Bildhauer in die Monumentalität. In seinem Atelier in Keltern bearbeitet Faas die mehr als zwei Meter großen Skulpturen zunächst liegend, später stellt er sie mit einem Kran auf. „Sie stehen über den Dingen“, sagt er. Von diesem Effekt sei er selbst immer wieder überrascht. Seine Cortenstahl-Arbeiten nennt er „Anthropocor“. Bei den kleinformatigeren Skulpturen („Testa“) hat sich Faas von den bekannten Moai-Köpfen der Osterinseln inspirieren lassen. Er stellt sie sehr reduziert mit einem Teil des Oberkörpers dar. Der Kopf sei für ihn ein Symbol fürs Gehirn, für die Fähigkeit des Menschen, Gefühle, Assoziationen, Dinge zu entwickelnd, wozu sonst kein Lebewesen in der Lage sei. Seit 2014 gestaltet Faas aufwendige, schlanke Skulpturen mit hochglanzpolierten Edelstahl-Oberflächen („Anthropomir“). Sie nehmen die Umgebung auf, auch die Spiegelung des Betrachters, und können so Gedanken auslösen: Wo steht das Individuum im Vergleich zur Gesellschaft? „Reflektionen“ ist auch der Titel der Ausstellung.

Die Ausstellung wird am kommenden Montag, 17. September, um 18 Uhr eröffnet: im Landratsamt, Zähringerallee 3, in Pforzheim. Wer kommen möchte, sollte sich anmelden unter der E-Mail-Adresse Wadja.Osman@enzkreis.de. Die Schau kann bis Freitag, 19. Oktober, besichtigt werden: montags von 8 bis 12.30 Uhr, dienstags von 8 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr, donnerstags von 8 bis 14 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.

Stefan Faas wurde 1963 in Pforzheim geboren. Nach einer Ausbildung zum Kunstschlosser und -schmied studierte er an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim Schmuck- und Gerätdesign. Faas lebt und arbeitet in Keltern. In der Region befinden sich seine Arbeiten am Skulpturenweg am Seehaus, am Skulpturenprojekt in Würm und an Gebäuden der Arlinger-Baugenossenschaft. Faas wird von mehreren Galerien vertreten. Bei der Biennale in Venedig 2017 zeigte er drei Skulpturen.