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30.09.2015

Regisseurin von „Am Ende ein Fest“ spricht über Sterbehilfe

Pforzheim. Guten Zuspruch erfährt die am 24. September angelaufene israelische Komödie „Am Ende ein Fest“, die noch bis zum 7. Oktober auch im Kommunalen Kino Pforzheim zu sehen ist. Zur Pforzheimer Erstaufführung am 25. September war auf Einladung der Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos Christine Müh die Regisseurin Tal Granit in der Goldstadt zu Gast. Die Veranstaltung war ausverkauft; „wir mussten sogar einige Leute wegschicken“, so Müh. Im Gespräch mit ihr berichtete die Filmemacherin Granit dabei, dass das zentrale Thema des Films – Sterbehilfe – in Israel zwar kein Tabu mehr ist, „wer sterben will fährt aber in die Schweiz“.

Auslöser der Idee, eine Komödie über das keineswegs einfache Thema Sterbehilfe zu drehen, hat bei Tal Granit der Tod der Großmutter ihres Partners und Co-Regisseurs Sharion Mamyon gegeben, wie die Regisseurin berichtete. Sie sei alt und krank gewesen und habe sterben wollen. Als der Tod aber kam, wurde ihr Wille, gehen zu dürfen, nicht respektiert. Eine halbe Stunde habe man versucht sie wiederzubeleben, da habe sie sich Gedanken darüber gemacht, „wie das Leben am Ende so ist“ und dann den Film gemacht. Dieser erzählt die Geschichte einer Gruppe von Senioren, die sich im Altersheim um den 72-jährigen Yehezkel, einen Tüftler und Erfinder, zusammengeschlossen hat, um Max, einem schwerkranken Freund, das Sterben zu erleichtern.

Die Ruhe des Sabbats

Dass das Thema Sterbehilfe in Deutschland ein gegenwärtig intensiv diskutiertes ist, zeigt der große Zuspruch, den der Film erfährt. In Israel, so sagte die Regisseurin, habe der Film dazu geführt, dass nun über Sterbehilfe gesprochen werde. In Deutschland sei man da schon ein ganzes Stück weiter. Viele namhafte israelische Schauspiel haben in „Am Ende ein Fest mitgewirkt“, so dass es Christine Müh Leid tut, dass die Erstaufführung an einem Freitag und somit die Einbindung der jüdischen Gemeinde wegen des Sabbats nicht möglich war. „Aber es war leider kein anderer Termin mit der Regisseurin zu bekommen“, so Müh. Ralf Recklies