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Klaus Florian Vogt (Lohengrin) und Edith Haller (Elsa von Brabant) treten ein letztes Mal inmitten der Rattenschar auf. Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
Klaus Florian Vogt (Lohengrin) und Edith Haller (Elsa von Brabant) treten ein letztes Mal inmitten der Rattenschar auf. Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
28.07.2015

Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth: Kult-Inszenierung von Hans Neuenfels zum letzten Mal auf Spielplan

Der Bayreuther Ratten-„Lohengrin“ wird endgültig zum Kult: Auch in ihrem Abschiedsjahr wird die Inszenierung von Regisseur Hans Neuenfels mit ihren unzähligen schwarzen, weißen und rosafarbenen Ratten auf der Bühne am Sonntagabend bei den Richard-Wagner-Festspielen begeistert gefeiert. Schon nach den ersten beiden Akten donnert der Applaus, der besonders Klaus Florian Vogt als Titelheld gilt. Zum Schluss steht das Publikum fast geschlossen für ihn und seinen glockenhellen „Lohengrin“ auf.

Bei der Premiere 2010 war das Finale der Inszenierung, bei dem ein blutiger Embryo einem Ei entsteigt und sich selbst seiner Nabelschnur entledigt, noch beinahe im Buhkonzert untergegangen. Das ist längst vergessen. Heute schmunzelt das Publikum so über die possierlichen Nager, als die der Regisseur den kompletten Chor verkleidet hat, wie über einen Dreijährigen, der etwas über die Stränge schlägt. Da macht es auch nichts, dass das Federkleid, das aus Elsa von Brabant (Annette Dasch) im zweiten Akt eine Schwanenkönigin macht, während der Premiere ein paar Federn lässt und zwei Ratten-Damen im Eifer des Gefechts ihre Rattenschwänze verlieren. Auch in ihrem sechsten Jahr hat die Inszenierung, die die Grenzen zwischen Mensch und Nagetier verschwinden lässt und die Frage stellt, ob wir nicht alle eigentlich nur Laborratten sind, nichts von ihrer Unterhaltsamkeit verloren.

Nicht nur Vogt, auch die wichtigsten Damen an diesem Abend, Dasch als Elsa und Petra Lang als Ortrud, werden begeistert beklatscht – ebenso Dirigent Alain Altinoglu. Im kommenden Jahr steht die Ratten-Inszenierung nicht mehr auf dem Spielplan. Den nächsten „Lohengrin“ gibt es 2018. Kein Geringerer als Neo Rauch, Star der Kunstszene, wird der Inszenierung von Regisseur Alvis Hermanis ihren Look verpassen.