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Gut bei Stimme: Roger Hodgson bringt die Fans zum Jubeln.
Gut bei Stimme: Roger Hodgson bringt die Fans zum Jubeln.
Proppenvoller Marktplatz: Rund 3000 Fans genießen die sommerliche Konzernacht in der Hesse-Stadt.   Talmon
Proppenvoller Marktplatz: Rund 3000 Fans genießen die sommerliche Konzernacht in der Hesse-Stadt. Talmon
Mit einer fulminanten Lichtshow wartet die Bühne auf dem mittelalterlichen Calwer Marktplatz auf.
Mit einer fulminanten Lichtshow wartet die Bühne auf dem mittelalterlichen Calwer Marktplatz auf.
Ein Schotte in Schwaben: Ray Wilson lässt es krachen.
Ein Schotte in Schwaben: Ray Wilson lässt es krachen.
06.07.2015

Rock-Hymnen gebührend gefeiert - Viele Besucher bei „Calw rockt“

Viel Applaus beim Doppelkonzert auf dem mittelalterlichen Marktplatz: Mehr als 3000 Zuschauer ließen sich Roger Hodgson und Ray Wilson beim 14. Open Air „Calw rockt“ nicht entgehen. Beide Ausnahmemusiker halten jeweils die Geschichte einer kommerziell ungemein erfolgreichen und bis heute einflussreichen Rockband wach – der Engländer Hodgeson (65) steht für die von ihm mitbegründete Formation Supertramp und der Schotte Wilson (46) lieh Genesis 1997 bis 1999 die Stimme.

Songs, die (immer wieder) sofort beim Publikum verfangen, gab es in dieser langen Konzertnacht zuhauf. Schon beim zweiten Titel von Ray Wilson und Band – „That’s All“ von Genesis – ist das Publikum begeistert. Der Phil-Collins-Titel „Another Day In Paradise“ ist der nächste Kracher – und mit der Mike Rutherford-Komposition „Cup Of Coffee“ demonstriert der Schotte endgültig die ganze Bandbreite seiner facettenreichen Stimme. Statt hauptsächlich auf Synthesizer zu bauen, setzt er in seiner Band auf Violine, Saxofon, Gitarre und Querflöte.

Diese Vielfalt funktioniert sogar bei rockigen Songs wie „Land Of Confusion“ – der mit dem legendären Puppen-Clip à la Splitting Image – und bei Collins’ Million-Seller „In The Air Tonight“. Bei „Solsbury Hill“ von Genesis-Urgestein Peter Gabriel sind die Hände oben. Wilson schöpfte aus dem überreichen Repertoire von Genesis, Mike and the Mechanics, Peter Gabriel und Phil Collins – und kam stimmlich dem jeweiligen Original ein ums andere Mal und ohne Abstriche erstaunlich nah. Auf „Carpet Crawlers“ und „Congo“, Titel aus ganz unterschiedlichen Phasen der Genesis-Bandgeschichte, folgten „Mama“ und „Calling All Stations“.

Nach der unvermeidbaren Umbaupause enterten Roger Hodgson und Band die Bühne mit „Take The Long Way Home. Das Bluesharp-Intro und Hodgsons hohe, manchmal schneidende Stimme lieferten das nächste Paradestück in Sachen garantierter kollektiver Wiedererkennung – und Aaron MacDonald setzte am Saxofon zusätzliche Klang-Highlights. Er werde immer wieder gefragt, wandte sich Hodgson an das Calwer Publikum, ob er unter seinen Songs einen Lieblingstitel habe: „Alle Titel sind wie Kinder – und einige wie Gebete“. Sich selbst am Konzertflügel begleitend gab er darauf das getragene Stück „Lord Is It Mine“ zum Besten. Mit „School“, „In Jeopardy“ und „Death And A Zoo“ zog er das Tempo gleich darauf straff an. Die Stimmung auf dem Calwer Marktplatz war inzwischen so gut, dass Hodgson es sich sogar leisten konnte, dem Sohn seines Bassisten David Jacobs ein kollektives Geburtstagsständchen der Konzertbesucher via Handy ins ferne Kalifornien zu senden. Mit „Fool’s Overture“ und den umjubelten Zugaben „Give A Little Bit“ und „It’s Raining Again“ klang das Konzert einige Minuten vor Mitternacht aus.