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Rod Stewart bringt mit „Another Country“ sein 29. Album heraus. Pedersen
Rod Stewart bringt mit „Another Country“ sein 29. Album heraus. Pedersen
22.10.2015

Rod Stewart bringt kurz nach seinem 70. Geburtstag neues Album heraus

Die Reibeisen-Stimme ist zurück. Rod Stewart macht sich kurz nach seinem 70. Geburtstag auf, das eigene Leben zu vermessen – und nach fünf Jahrzehnten Pop-Business noch einmal das ganze Spektrum seiner turbulenten Karriere abzuschreiten.

Berlin. Die Reibeisen-Stimme ist zurück. Rod Stewart macht sich kurz nach seinem 70. Geburtstag auf, das eigene Leben zu vermessen – und nach fünf Jahrzehnten Pop-Business noch einmal das ganze Spektrum seiner turbulenten Karriere abzuschreiten. Lange hatte sich der „beste weiße Soul-Sänger“ (O-Ton James Brown) mit neuen Kompositionen zurückgehalten, erst 2013 gab es wieder ein Album mit selbst geschriebenen Stücken. Die morgen erscheinende Platte „Another Country“ ist nun Nummer 29 in einer an Brüchen reichen, eindrucksvollen Künstlerbiografie. Sie soll eine Fortsetzung sein, aber auch frische Akzente setzen. Das gilt gleichermaßen für Stewarts Texte wie für seine Musik.

Geschichtenerzähler

Als Poet des Alltags verstand er es schon früher, intime Erfahrungen ungeschminkt und zugleich einfühlsam in mal heitere, mal traurige, aber immer eingängige Lieder zu kleiden. In „Another Country“ kommt das Wesen des „Geschichtenerzählers mit unvergleichlichem Auge für die kleinen Details, um die sich das Leben dreht“ – wie das Fachblatt „Rolling Stone“ ihn nannte – jetzt jedoch so deutlich zum Vorschein wie selten. Die zusammen mit Co-Produzent Kevin Savigar entstandenen Songs sind schnörkellos und meist gut gelaunt. Gleich zu Beginn wird eine gehörige Portion an Glückshormonen ausgeschüttet: Fiedel, Mandoline und ein überschwänglicher Gesang lassen den Opener „Love Is“ zu einer irisch-keltischen Liebesarie anschwellen.

Einfühlsamer Titelsong

Etwas geerdeter geht es in Stücken wie „Please“ zu, die mehr an Stewarts frühe Blues-Zeiten erinnern. Er experimentiert aber auch mit Reggae-Klängen („Love and Be Loved“) oder mit Marsch-Trommeln und Trompeten wie im Titel-Song – Hauptfigur ist ein Soldat, der fernab der Heimat stationiert seine Liebsten vermisst.

Am dichtesten heran lässt uns der Sänger in „Batman Superman Spiderman“, einem Schlaflied für den jüngsten Sohn Aiden, in dem der Vater auch die eigene Jugend reflektiert. Bei insgesamt acht Kindern, die er von fünf verschiedenen Frauen bekam, kennt sich Stewart offenbar mit der Auswahl passender Gute-Nacht-Geschichten aus. Jan-Henrik Petermann