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Newt Scamander (Eddie Redmayne) mit dem Fabelwesen Thunderbird, das im Flug Sturm und Donner erzeugen kann.  Buitendijk
Newt Scamander (Eddie Redmayne) mit dem Fabelwesen Thunderbird, das im Flug Sturm und Donner erzeugen kann. Buitendijk
Magisches Quartett: Tina (Katherine Waterston), Newt (Eddie Redmayne), Queenie (Alison Sudol) und Jacob (Dan Fogler, von links).
Magisches Quartett: Tina (Katherine Waterston), Newt (Eddie Redmayne), Queenie (Alison Sudol) und Jacob (Dan Fogler, von links).
17.11.2016

Rowlings „Phantastische Tierwesen“ ab heute auch in Pforzheim im Kino

New York im Jahr 1926. Eine Gruppe von Männern blickt ungläubig auf eine tiefe Furche, die im Kopfsteinpflaster einer Straße klafft. Nur Momente zuvor hat sich eine unbändige Kraft unter der Erde ihren Weg gebahnt und die Pflastersteine wie Kies auseinanderstieben lassen. „Das ist ein Tierwesen“, murmelt einer der Männer. Die Szene stammt aus dem jüngsten Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, der ab heut in den Kinos läuft. Fünf Jahre nach dem letzten Potter-Film hat die 51-Jährige ihren magischen Kosmos erweitert.

Im Mittelpunkt steht der kauzige Zauberer und Wissenschaftler Newt Scamander (Eddie Redmayne), der mit einem Koffer voller magischer Tiere aus England an den Hudson River kommt. Dort leben Zauberer und Hexen in ständiger Furcht, entdeckt zu werden. Sektiererische Aufwiegler schüren die Angst vor ihnen. Scamanders Koffer entpuppt sich als wundersamer Schutzraum für allerlei magische Tierarten, die er vorm Aussterben bewahren will. Durch ein Missgeschick entkommen aber einige der Wesen und sorgen für Durcheinander in der Welt der Nicht-Magier. Scamander versucht sie mit Hilfe der klugen Magier-Beamtin Porpentina Goldstein (Katherine Waterston), deren koketter Schwester Queenie (Alison Sudol) und des etwas trotteligen, aber gutmütigen Nicht-Zauberers Jacob Kowalski (Dan Fogler) wieder einzufangen. Doch Scamanders drollige Tiere sind nicht das einzige Problem, das der Magische Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika hat. Ein sehr viel mächtigeres Wesen bedroht den Frieden.

Der Film gerät düsterer als die Potter-Filme. Rowling-typisch geizt er nicht mit überraschenden Wendungen und unvollendeten Erzählsträngen, die nach einer Fortsetzung verlangen. Die Jagd des Helden-Quartetts, die zwischendurch auch zu Gejagten werden, ist spannend und mittels computeranimierter Flüge durch die Häuserschluchten Manhattans rasant – zuweilen etwas zu sehr.

Die magischen Tierwesen hätten teils noch eigenwilligere Züge vertragen. Eine Art Schnabeltier, das es auf Wertsachen abgesehen hat, ein Faultier mit einer Vorliebe für Handtaschen und ein wulstiges Nashorn mit merkwürdigem Paarungsverhalten sind stark an ihre Vorbilder in der realen Welt angelehnt. Trotzdem gelingt es dem Film, ein stimmiges Bild mit starken Charakteren zu erzeugen.

Der Film ist nur der Start einer fünfteiligen Serie. Zauberlehrling Harry Potter spielt darin keine Rolle. Dafür suchen Regisseur David Yates und Produzent David Heyman bereits nach einem Schauspieler, der den jungen Albus Dumbledore verkörpert. Der spätere Leiter der Zauberschule Hogwarts ist in einen Kampf mit dem Bösewicht Grindelwald verwickelt, für dessen Rolle Johnny Depp gewonnen wurde. Der hat im jüngsten Film einen Mini-Auftritt. Im nächsten, der im Paris des Jahres 1928 spielen soll, wird er eine dominierende Rolle spielen.