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© elephan studio / PR
17.12.2016

SEMF: Tausende feiern beim "großen Klassentreffen"

Unter den Techno-Freunden in Pforzheim wird es auch „Das große Klassentreffen“ genannt, für jeden Stuttgarter ist es längst Pflichtprogramm: Das Stuttgart Electronic Music Festival – oder kurz: Das SEMF. Was einst als kleines Clubfestival begann, ist heute ein fester Termin in Stuttgarts Veranstaltungskalender, und das längst nicht mehr nur für Elektro-Fans. Am 10. Dezember hat sich die Messe Stuttgart wieder in einen riesigen Partytempel verwandelt und über 10 000 Festivalbesucher an das Gelände beim Stuttgarter Flughafen gelockt.

Bereits am Bahnhof Pforzheim fällt dem Durchschnittsreisenden auf, dass irgendwas anders ist. Erstaunlich viele junge Leute, und zwar nicht diese, die sich sonst an einem Samstagabend auf dem Vorplatz des Bahnhofs verabreden. Alle warten auf den letzten Zug in Richtung Landeshauptstadt, sie alle gehen zum SEMF. Das große Festival, welches Besucher aus ganz Deutschland lockt und ein internationales Line-Up bietet, ist nur rund eine Stunde Zugfahrt von der Goldstadt entfernt. Klar also, dass auch das Pforzheimer Partyvolk dorthin pilgert.

Der Veranstalter Cosmopop ist für seine großen Festivals bekannt, denn neben dem SEMF plant die Mannheimer Eventagentur beispielsweise auch die „Time Warp“, den „Love Family Park“ und das „Sonus“-Festival. Professionalität ist oberstes Gebot, so erwartet die Besucher üblicherweise ein hochkarätiges Soundsystem von L-Acoustics. Auf allen vier Floors, die in den Messehallen eingerichtet wurden, ist modernste Lichttechnik installiert, was bei den Besuchern großen Eindruck hinterlässt: „Die Laser sind heute überragend“, sagt einer der Feierwütigen, während er auf Floor 1 zu den Klängen des DJ-Teams „SHDW & Obscure Shape“ tanzt. Was viele nicht wissen: Hinter Obscure Shape verbirgt sich ein gebürtiger Pforzheimer, der gemeinsam mit seinem Partner fester Bestandteil der Cosmopop-Bookings ist und längst durch ganz Europa tourt. Neben den beiden Musikern stehen an dem Abend weitere große Namen wie Sam Paganini, Joseph Capriati, Chris Liebing, Sven Väth, Kerstin Eden oder Klaudia Gawlas auf eine der Bühnen.

In den Messehallen wird in dieser Nacht bis um 8 Uhr in der Früh getanzt. Danach bieten sich viele Clubs in der Innenstadt für eine Afterhour an, die meisten zieht es aber dann doch ins heimische Bett. Eine volle S-Bahn nach der anderen bringt das Partyvolk wieder in Richtung Hauptbahnhof, wo um diese Uhrzeit längst reger Reisebetrieb herrscht.