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Jede Menge Beifall gab es für Armin Maiwald und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim mit Dirigent Timo Handschuh (vorne rechts) beim Kinderkonzert. Molnar
01.02.2016

SWDKO und Armin Maiwald begeistern mit „Der Karneval der Tiere“

Einmal als Tänzer auf der Bühne stehen – davon hat Elefant Waldemar immer geträumt. Er hat sogar Unterricht bei den Flamingos genommen. Und jetzt ist es soweit: Beim „Karneval der Tiere“ zeigt er, was er kann, tanzt im behäbig-leichten Duo von Kontrabass und Klavier sogar auf einem Bein.

Bildergalerie: Familienkonzert "Karneval der Tiere im CCP"

Und die 500 Kinder und Erwachsenen im Zuschauerraum? Die haben immer davon geträumt, den Erfinder und Sprecher der „Sendung mit der Maus“ einmal hautnah zu erleben. Beim ersten Familienkonzert des um Bläser, Pianisten und Stab-spieler erweiterten Südwestdeutschen Kammerorchesters im mittleren Saal des CongressCentrums wird dieser Wunsch wahr.

Doch sie müssen sich gedulden. Zuerst steht Mozarts Divertimento F-Dur KV 138 auf dem Programm, und „Der Hummelflug“ von Rimsky-Korsakov. Andersons walzertanzende Katze aus dem Zeichentrickfilm „Tom und Jerry“ wiegt sich im gemütlichen Tempo der Streicher, lässt ab und zu ein schläfriges „Miau“ vernehmen – bis ein kurzes „Bellen“ die Mieze vertreibt. Keinerlei Tierlaute sind dagegen in Giampieris „Karneval von Venedig“ zu hören, dafür allerlei pfiffige und geschmeidige Variationen über „Mein Hut, der hat drei Ecken“. Das Stück ist in der Bearbeitung für Klarinette und Streichorchester mit Frank Bunselmeyer als glänzender Solist zu hören.

Und endlich: Mit einem donnernden Applaus kommt der bekannte Erzähler auf die Bühne. Und ist überrascht: „Was macht ihr denn für einen Krach, ich hab‘ doch noch gar nichts Falsches gesagt?“, meint er und beginnt, den lustigen Text von Benedikt Schregle zu Camille Saint-Saëns‘ großer Fantasie „Der Karneval der Tiere“ zu lesen. „Überall hört man es gackern, brüllen, jaulen“, erzählt der 76-Jährige mit seiner markanten Stimme. Der majestätische Marsch des Löwen Carlos ertönt, gefolgt von einem Gewimmel der Violinen beim Auftritt von „Franz Josef und seinen Akrobatikhühnern“. Mit einem lauten Tastenakkord von Dirigent Timo Handschuh, der mit Pianist Alfredo Miglionico den „Tausendfüßler“-Part an zwei Klavieren präsentiert, wird dem Treiben ein Ende bereitet: „Plumps, ist der Hahn im Becken gelandet“, liest Maiwald, spricht mit feinem Humor auch von Kängurus, Schildkröten und dem alten Maulwurf an der Kasse. Mal ist das klägliche „Ia“ des Esels im Wechsel der ersten und zweiten Violinen zu hören, mal der Kuckucksruf der Klarinette. Und Cellistin Andrea Hanke bezaubert mit der schönen Schwanenmelodie. „War das nicht ein toller Karneval?“, fragt Maiwald, bevor das Orchester zum Finale aufspielt. Der tosende Applaus der Zuschauer macht klar: Ja, das war er!