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Die Sopranistin Maria Rosendorfsky singt eine Handschuh-Komposition. Foto: SWDKO
Die Sopranistin Maria Rosendorfsky singt eine Handschuh-Komposition. Foto: SWDKO
Wieder zu Gast: Tamaki Kawakubo. Foto: SWDKO
Wieder zu Gast: Tamaki Kawakubo. Foto: SWDKO
Junges Talent: Elin Kolev. Foto: SWDKO
Junges Talent: Elin Kolev. Foto: SWDKO
11.05.2018

SWDKO-Programm: Timo Handschuh dirigiert vier letzte Abo-Konzerte

Pforzheim. Das Südwestdeutsche Kammerorchester stellt sein neues Programm vor. Es beinhaltet sechs Abo-Konzerte und eine neue Komposition zu für junge Zuhörer. Neue Konzertsaison und ein Abschied, ein leichtes Plus bei den Abonnenten und ein ausgeglichener Etat: Das SWDKO blickt voraus.

Vertrag endet

Nach sechs Jahren ist Schluss: Der Vertrag des Künstlerischen Leiters Timo Handschuh endet ganz regulär nach sechs Jahre mit Ende der Saison 2018/2019. Der studierte Kirchenmusiker und Komponist, der regelmäßig auch als Organist in der evangelischen Kirche in Oberderdingen gastiert, ist seit der Spielzeit 2011/12 Generalmusikdirektor des Theaters Ulm. Dort hat er seinen in diesem Jahr auslaufenden Vertrag bis 2021 verlängert.

Das neue Programm

Die sechs Abo-Konzerte im CongressCentrum Pforzheim stehen wieder im Zentrum der Aktivitäten des Orchesters. Los geht es am Sonntag, 7. Oktober, mit „New Talent“, so der Konzerttitel. Der Geiger Elin Kolev (21) spielt an diesem rein italienischen Abend Vivaldis Violinkonzerte a-Moll und „Grosso Mogul“. Deutlich moderner sind die Klänge am 11. November, wenn das SWDKO unter anderem Weinbergs Sinfonie Nr. 7 spielt. Solist ist der bekannte Cellist Maximilian Hornung. Mediterrane Klänge am 3. Februar 2019: Die Geigerin Tamaki Kawabuko spielt zusammen mit dem Orchester Saint-Saëns. Als „Programm mit Randrepertoire“, beschreibt Handschuh das Konzert „Flötenreich“ am 17. März, das von dem Spezialisten für historische Aufführungspraxis Werner Ehrhardt dirigiert wird. Es gibt Vorklassik von Quantz bis Stamitz. Auch das Konzert am 12. Mai wird von einem Gast geleitet: Der Pianist Stefan Vlader spielt Liszt und dirigiert Bartók.

Das letzte Konzert

Den Abschluss der Saison und das letzte Konzert mit Timo Handschuh ist am 7. Juli 2019. „Ich habe mir lange überlegt, wie ich den Schlusspunkt gestalten soll“, sagt der 43-Jährige. „Freude schöner Götterfunken“ von Beethoven oder Händels „Halleluja“ aus dem „Messiah“ habe er schnell aus der Kandidatenliste gestrichen. Nun gibt es Eigenkompositionen des gebürtigen Lahrers. Die „Messa sublime amore“, die sich der erhabenen Liebe widmet, und „Aarons Segen“ als achtstimmiger Chorsatz – „alles tonal und in spätromantischer Tradition“, sagt Komponist Handschuh. Beim „Sommergruß“-Konzert gibt es außerdem eine Pavane von Frank Martin und den Liederzyklus „Les Nuits d’Été“ von Hector Berlioz, in denen der Franzose den Verlust der Liebe betrauert.

Neues Kinderprogramm

Drei Jahre lang hat das SWDKO Schulklassen-Konzerte mit Handschuhs „Rumpelstilzchen“ bestritten. Nun gibt es eine neue Auftragskomposition von Basti Bund, der Janoschs berühmten Tiger erstmals Töne verleiht. Das Programm „Hänsel und Gretel“ kann ebenfalls zum Preis von 100 Euro für Schulklassen und Kindergruppen gebucht werden. Rund 30 dieser Konzerte im Probenraum in Brötzingen habe das SWDKO in der vergangenen Spielzeit gebeben, sagt Geschäftsführer Andreas Herrmann. Am Sonntag, 31. März 2019, findet im Kulturhaus Osterfeld zudem ein Familienkonzert statt, in dem die Zuhörer erleben, wie eine Sinfonie entsteht.

Ein paar Zahlen

Zufrieden zeigt sich Herrmann mit der Entwicklung der Abo-Zahlen: Nach einen Abwärtstrend von 2012 bis 2015 (von 747 auf 696 Abonnenten gefallen) gehe es aufwärts: Inzwischen zähle das SWDKO wieder 727 Abonnenten und rund 35.000 Zuhörer bei allen Konzerten des vergangenen Jahres. Die Eigenfinanzierungsquote liege bei 35 Prozent, den Rest bezahlen Stadt und Land. Und im Gegensatz zu 2015 soll es bei der Abrechnung von 2016 kein Defizit geben.