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17.11.2015

SWR Big Band begeistert zusammen mit Joo Kraus im Osterfeld

Pforzheim. Dank der kraftvollen Bühnenpräsenz von 17 exzellenten Musikern wird jeden Auftritt der SWR Big Band zum faszinierenden Hörerlebnis.

Erst recht, wenn das vielfach mit Ehrenpreisen und Grammy-Nominierungen bedachte Rundfunk-Orchester ein musikalisches Projekt gemeinsam mit einem begnadeten Soundtüftler wie dem Jazztrompeter und Komponisten Joo Kraus live auf die Osterfeld-Bühne bringt.

Beim Gastspiel in der Goldstadt marschieren die Bläser der SWR Big Band spielend ein. Mit ersten schmatzenden Riffs lässt Klaus-Peter Schöpfers E-Gitarre schon jetzt die Vorfreude auf mitreißenden Funk-Jazz aufkeimen. Pianist Ralf Schmid dirigiert vom Keyboard aus. Mit dem zweiten Titel nimmt auch Joo Kraus (48) seine Position ein. Der jetzt von 14 Bläsern beflügelte Sound marschiert sofort nur noch kerzengerade nach vorne – alles „ist auf den Punkt“ perfekt präsent und geht direkt in Hirn, Herz und Bauch.

Geniale Interpretationen

„Public Jazz Society“ ist die musikalische Zusammenarbeit zwischen dem Ulmer Ausnahme-Trompeter Joo Kraus und der bereits 1951 als „Erwin Lehn und das Südfunk-Tanzorchester“ gegründeten SWR Big Band. Das lässt musikalisch fast alles zu: von Joo Kraus’ mit den Fingern geschnipptem Intro bis zur genialen Interpretation des Simon & Garfunkel-Klassikers „Scarborough Fair“ in Arrangement von Ralf Schmid. Kraus singt, spricht, pfeift ins Mikrofon, als gäbe es kein Morgen – und das Radio-Orchester liefert scheinbar mühelos den kraftvollen Sound der musikalischen Überholspur dazu.

Mit dem Titel „In The Stone“ von Earth, Wind & Fire hat das Osterfeld-Konzert noch vor der Pause ein echtes Highlight. In der zweiten Konzerthälfte überraschen Kraus und die SWR Big Band mit der getragenen Komposition „Setembro“ des brasilianischen Komponisten und Musikers Ivan Lins, ehe mit George Bensons „Gimme The Night“ wieder rasante Rhythmen dominieren – und Klaus-Peter Schöpfer für sein Gitarren-Solo Sonderapplaus einfährt. Michael Jacksons Hit „Black And White“ geben Joo Kraus, Posaunist Ian Cumming und Trompeter Karl Farrent als erdigen Blues zum Besten.

Nach den Zugaben „Get Away“ (Earth, Wind & Fire) und „Leaves“ von Ralf Schmid und Joo Kraus will das euphorische Publikum mehr: SWR Big Band und Kraus kommen mit Ausnahme des Schlagzeugers Guido Jöris erneut auf die Bühne und lassen den Konzertabend mit Whitney Houstons „One Moment In Time“ ausklingen. Ganz großes Kino!