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 Foto: Heinsch & Saylan 
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Sarows „letzte Bastion“ in Starnberg

Als monumentale Trutzburg steht das Gebäude da. Wie eine wertvolle Truhe, die illuminiert über dem Starnberger See zu glühen scheint. Dies ist der jüngste Streich von Andreas Sarow. Der Pforzheimer Künstler nennt es „Die letzte Bastion“. Die rohe Holz-Einfassung erscheint in mattem Schwarz geradezu maritim, wie Öffnungsgitter an den Deckluken eines alten Segelschiffes.

Aus jeder Dachgaube ragen PVC-Elemente heraus: friedliche Fernrohre, feindliche Kanonen? Geht es um Freiheit oder um Errungenschaften? Sarow will auch auf die Unterschiede der Geschlechter und der Gesellschaft  anspielen, deren Correctness-Bewegung „teils absurde Züge annimmt und wo letzte Bastionen zwanghaft zu Fall gebracht werden sollen“.

Nach der „Factory“ in Pforzheim nun also ein privatwirtschaftliches Projekt im Schickeria-Hotspot Starnberg. Wie bei vielen Aktionen in seiner Heimat ist es eine temporäre Intervention, bevor die 16 Meter hohe Immobilie abgerissen wird. „In Pforzheim wurde mir von der Stadt kein Gebäude zur Sarowisierung angeboten. Unterdessen aber in anderen Städten“, sagt der 44-Jährige. Schon nach der „Schwarzen Villa“ im Rodgebiet seien erste Anfragen des Eigentümers bei ihm gelandet, der dies als kulturellen Beitrag für die bayrische Stadt sehe und den bisherigen Werdegang der Immobilie noch mal würdigen wolle. Nun konnte Sarow das Projekt realisieren. Ein weiteres soll noch dieses Jahr folgen – erneut nicht in Pforzheim.