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20.11.2015

Sascha Korf mit Solo-Programm „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“ im Osterfeld

Pforzheim. Kabarettist Sascha Korf hat eine klare Linie: Vor, während und auch noch eine ganze Weile nach dem Osterfeld-Auftritt steht das Publikum im Mittelpunkt seines Solo-Programms „Wer zuerst lacht, lacht am längsten“. Sie gehören zu den ganz unerschrockenen Zuschauern? Klasse! Dann haben Sie ja die uneingeschränkte Spaß-Garantie; zumindest bei Sascha Korf.

Der Kölner geht schon bei der Begrüßung hohes Tempo: „Wir spielen heute ohne Pause, und ich hab’ nichts vorbereitet.“ Das mit der Vorbereitung ist natürlich geflunkert: Der 47-Jährige steht seit mehr als zwölf Jahren auf den Kleinkunstbühnen der Republik, trainiert seine Schlagfertigkeit täglich und hat sein Improvisationstalent beim Theatersport-Erfinder Keith Johnstone im kanadischen Alberta verfeinert. Und Zuschauer ausfragen kann er wie kein Zweiter. Übrigens nicht nur in der ersten Reihe. Und nicht nur die mitteilsame Gattin, sondern auch den „Stockfisch“ genannten Ehemann auf dem Platz daneben. Name, Wohnort, Alter, Beruf, Hobbys: Nichts bleibt dem cleveren Vollgas-Plauderer verborgen – und wird früher oder später für eine Pointe wieder aus dem Hut gezaubert.

Respektvoller Umgang

Das ganz Besondere daran? Sascha Korf geht durchwegs behutsam und äußerst respektvoll mit den Zuschauern um. Auch mit den wenigen, die er für eine Nummer auf die Bühne bittet. Niemand wird der Lächerlichkeit preisgegeben – und am Schluss lachen alle hochvergnügt. Bestes Beispiel ist der erst ziemlich schüchtern wirkende Vítor (19), ein in Karlsruhe immatrikulierter Student aus dem brasilianischen Campinas. Vítor muss Korf die Arme leihen – und mit seinen Handbewegungen drei (nur dem Publikum bekannte) Begriffe – Wendler, Laptop und Swingerclub – so gestenreich darstellen, dass sie der Kabarettist erraten kann. Nach zaghaftem Beginn – „der Wendler“ ist dem erst vor wenigen Wochen in Deutschland angekommenen Vítor (noch) unbekannt – nimmt die Nummer zunehmend Fahrt auf, und Vítor strahlt am Schluss wie ein Honigkuchenpferd.

Fazit: Sascha Korfs Spontaneität und Sprachwitz sind Erfolgsgaranten. Den Auftritt beendet er mit einer Aufforderung an die Gäste: „Seid spontan im Herzen. Geht zu Leuten, die Ihr noch nicht kennt – die haben ein Publikum wie Euch verdient. Und Sie sind weit besser, als all das, was uns RTL oder SAT.1 vormachen, was Comedy sei“.