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Noch treffen sie sich im Büro von Intendant Thomas Münstermann (rechts), doch bald kehren Caroline Stolz und Alexander May dem Stadttheater den Rücken.
Noch treffen sie sich im Büro von Intendant Thomas Münstermann (rechts), doch bald kehren Caroline Stolz und Alexander May dem Stadttheater den Rücken.
01.03.2017

Schauspieldirektoren Stolz und May verlassen Pforzheim in Kürze

Es ist Herausforderung und Chance zugleich: Die beiden Pforzheimer Schauspieldirektoren Caroline Stolz und Alexander May wechseln ans Theater Trier und stehen vor einer Mammutaufgabe.

Denn nach dem Rauswurf von Intendant Karl Sibelius und der Nichtverlängerung von Schauspielchef Ulf Frötzschner sieht es am Dreispartenhaus alles andere als rosig aus. Zehn der insgesamt zwölf Schauspieler verlassen die Bühne, und ein Spielplan für die kommende Saison existiert noch nicht.

Da ist Eile geboten, was für Pforzheim bedeutet: Stolz verlässt bereits Ende März nach der Premiere des von ihre inszenierten Schauspiels „Der goldene Drache“ die Bühne. Und May geht, nachdem das Musical „Shylock!“ am 8. April gestartet ist. Beide Verträge wären bis Sommer 2018 gelaufen. Doch schon im Sommer vergangenen Jahres, so Intendant Thomas Münstermann, habe es darüber Gespräche gebeben, dass sich die beiden künstlerisch und räumlich verändern: Beide wollten wieder als freie Regisseure arbeiten – mit dem Angebot, sich für Inszenierungen in Pforzheim zu verabreden.

Doch dann kommt „das sehr spontane“ Angebot aus Trier. Und beide können das tun, was sie in Pforzheim zu schätzen gelernt haben: „Wir haben uns als Künstler und Menschen lieben gelernt“, sagen sie. May, frischgebackener Vater eines Sohnes, und Stolz, familiär in Wiesbaden gebunden, haben in Pforzheim festgestellt, wie gut sie als Team funktionieren. „Wir haben hier gelernt, wie ein Spielplan gestaltet werden muss und welche Fehler man bei der Ensemblearbeit machen kann“, schildert der 46-Jährige. All diese Erfahrungen wollen sie an die Mosel mitnehmen: Stolz als Schauspieldirektorin, May als leitender Dramaturg – beide mit Regieverpflichtung.

Der gebürtige Trierer, der in den vergangenen Spielzeiten auch Regie in seiner Heimatstadt führte, und die gebürtige Bonnerin gehen mit großem Respekt ihre neue Tätigkeit an und dem klaren Ziel, „die Zuschauer wieder einzufangen“, so Stolz.

Dabei hatten sich beide bereits auf ein Leben als freie Regisseure vorbereitet: Die 39-Jährige war bereits für verschiedene Ins- zenierungen gebucht – „was mit meiner Pforzheimer Stelle nicht zu vereinbaren gewesen wäre“ – und May, der über zehn Jahre freischaffend tätig war, wollte zurück zu diesem Lebensstil, „zumal es keine Existenz- ängste gibt, die ich nicht schon kannte.“

Für Münstermann ist es wichtig, zu betonen, dass es mit beiden „nie Probleme über das Thema der künstlerischen Freiheit gab“, man aber festgestellt habe, dass diese Konstellation nicht die ideale Form gewesen sei, „um das umzusetzen, was jeder am besten kann.“