760_0900_140771_12_05_ABBA_DREAM_by_MILANO_MANZONI_1.jpg
Zünden einen Abba-Ohrwurm nach dem anderen: Susanna Pellegrini (links) als Anni-Frid und Cecilia Pascale als Agnetha.  Foto: Milano Manzoni 

Schlaghosen, Katzen-Shirts, Kult-Hits: Abba Dream begeistert Fans in Remchingen

Remchingen. Lang vor Konzertbeginn übertrumpfen sich die 1970er-Jahre-Outfits der weiblichen Fans in der ausverkauften Kulturhalle: Schlaghosen, Katzen-T-Shirts und Abbas unverwüstlicher Schweden-Pop feiern fröhliche Urstände. Besonders platinblonde Perücken und Stirnbänder fangen die Blicke ein. Würde man sich am Donnerstagabend den Spaß machen, im Publikum nach Männern zu suchen, käme man nicht wirklich weit.

Die Songs von Schwedens Fab-Four leben nun einmal vor allem vom Sopran Agnetha Fältskogs und vom Mezzosopran Anni-Frid Lyngstads – beim Remchinger Gig der Cover-Formation Abba Dream wagen sich Susanna Pellegrini (als Anni-Frid) und Cecilia Pascale (als Agnetha) bravourös in deren musikalische Fußstapfen – beide werden schon mit dem Eröffnungssong „Waterloo“ vom Publikum lautstark gefeiert.

prok
Politik

Pro & Contra: Muss der ESC politisch sein?

Zufall oder kundige Regie? Der Zeitpunkt des Remchinger Konzerts der Cover-Formation Abba Dream scheint perfekt gewählt: „Mama Mia“, „Ring, Ring“ oder „Honey, Honey“ werden fast zeitgleich zum zweiten Semi-Finale des diesjährigen „Eurovision Song Contest“ geträllert – jenem musikalischen Grand Prix, den Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny 1974 eben mit „Waterloo“ blitzartig entstaubt und dauerhaft auf ein poppiges Gleis gesetzt haben.

Allenfalls auf der Bühne sind Männer an diesem Abend zahlenmäßig im Vorteil: Simone Giusti bedient die Keyboards, Antonio Gori die Lead-Gitarre, Giuseppe Favia das Schlagzeug und Alessandro Nottoli den Bass; die letzten beiden sogar ohne „Schweden“-Perücke. Sie liefern den Klangteppich und den tragfähigen Rhythmus, auf dem die Sängerinnen omnipräsent von Erfolg zu Erfolg eilen: In rascher Folge werden Ohrwürmer wie „Take A Chance On Me“ oder „Lay All Your Love On Me“ – wie in einem Medley – gezündet. Das Remchinger Publikum singt und tanzt längst selbstvergessen mit. Erstaunlicherweise hat die italienische Gruppe auch melancholische Songs im Tournee-Gepäck, die eher selten zu hören sind wie „Slipping Through My Fingers“ (1981), oder erst in jüngster Zeit veröffentlicht wurden wie „Don’t Shut Me Down“.

Noch vor der Pause gibt’s „Chiquitita“, „SOS“ und „Thank You For The Music“; danach dürfen die enthusiastischen Fans bei „Summer Night City“, „Fernando“ oder „Dancing Queen“ ganz tief in der Pop-Nostalgie schwelgen. Nach der Uptempo „Voulez-Vous“ applaudiert der Saal stehend. Ein Schnelldurchlauf – ja, auch den gibt’s nicht nur beim ESC – dient als Zugabe: „Gimme! Gimme! Gimme!“, „SOS“, „Mama Mia“ und Dancing Queen“. Noch immer ist nicht Schluss: Jetzt nimmt die Band geschlossen am Bühnenrand Platz und posiert mit Fans für unzählige Erinnerungsfotos.

760_0900_138569_01_IMG_20191215_WA0013.jpg
Region+

Spaß steht auch nach 25 Jahren an erster Stelle: Göbricher Chor "Just for Fun" feiert Jubiläum