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Die britische Künstlerin Maisie Broadhead im Royal College of Art in London. Foto: Maisie Maud Broadhead
Die britische Künstlerin Maisie Broadhead im Royal College of Art in London. Foto: Maisie Maud Broadhead
„Ball and Chain“ aus Maisie Broadheads Serie „Pearls“. Foto: Maisie Maud Broadhead
„Ball and Chain“ aus Maisie Broadheads Serie „Pearls“. Foto: Maisie Maud Broadhead
„Nipple Pinch“ aus der Serie „Jewellery Depicted“. Foto: Maisie Maud Broadhead
„Nipple Pinch“ aus der Serie „Jewellery Depicted“. Foto: Maisie Maud Broadhead
21.08.2017

„Schmuck“ der anderen Art - Maisie Broadhead über Ihre Arbeiten im Schmuckmuseum Pforzheim

PZ-Interview mit Maisie Broadhead, deren Arbeiten derzeit im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt sind.

Es ist eine außergewöhnliche Ausstellung im Rahmen des Pforzheimer Schmuck- und Uhren-Jubiläums „Goldstadt 250“: „Must-haves, Schmuck großer Juweliere“ und „Must-sees, Schmuck in der Kunst“, die im Schmuckmuseum zu sehen ist. Mit beteiligt ist die britische Künstlerin Maisie Broadhead. „Die Pforzheimer Zeitung“ hat sie dazu interviewt.

PZ: Wie haben Sie die Arbeiten ausgewählt, die Sie in Pforzheim zeigen?

Maisie Broadhead: Für das erste Exponat, „Ball and Chain“, hat das Schmuckmuseum angefragt und explizit gewünscht. Es handelt sich dabei um ein sehr aktuelles Werk aus meiner jüngsten Serie „Pearl“. Die anderen aus dieser Serie wurden ausgewählt, weil sie zu meinen Lieblingsbildern zählen und ich auch einige Arbeiten zeigen wollte, die in der Größe variieren.

Was interessiert Sie an Schmuck?

Obwohl meine Tätigkeit im Kunsthandwerk verwurzelt ist, arbeite ich inzwischen in unterschiedlichen Disziplinen. Fotografie ist bestimmender Teil meiner Arbeit, die aber auch Bereiche abdeckt wie Schmuck, Medienkunst, Glas, Keramik und Metall, Film, Regie und Installation. Meine Arbeit bewegt sich in all diesen Disziplinen und oszilliert zwischen dreidimensionalen Objekten und dem zweidimensionalen Bild. Ich habe Schmuckdesign an der Universität studiert und bei einigen Juwelieren gearbeitet. In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich kein Schmuckdesigner mit eigener Werkstatt werden will, um diamantbesetzte Ringe zu mache. Aber ich war weiterhin sehr interessiert an dem Symbolgehalt und der sozialen Bedeutung, den der Schmuck repräsentiert, sowohl historisch als heute.

Was fasziniert Sie daran, wenn Sie moderne Menschen in berühmten Gemälden von Vermeer, Magritte und anderen Malern posieren lassen?

Für einige Zeit haben mich Begriffe wie Werte, Illusion und was wir als Fake bezeichnen, sehr stark beschäftigt. Meine Faszination für das, was einem Objekt oder einem Bild Wert verleiht, und all die Widersprüche, die das beinhaltet, hat sich in verschiedener Weise in meinem Werk manifestiert: Indem ich Schmuck designe, der wertvoller erscheint, wenn ich ihn aus einem bestimmten Winkel fotografiere. Oder eben indem ich fotografisch alte Meisterwerke wiederaufleben lasse. Dadurch schaffe ich gewissermaßen eine „Hall of Fame“, eine Ruhmeshalle für die notorischen Kunstschaffenden, und ich verwandle nicht-wertvolle, alltägliche Objekte in dekorative Installationen. Mehr Informationen finden Sie unter www.maisiebroadhead.com und www.schmuckmuseum.de