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20.11.2015

Schmuck-Studentin Jessy Aydt zeigt ihre Arbeiten in der Pforzheim Galerie

In ihrem zweiten Semester hat die Studentin Jessy Aydt eine Flasche zerschlagen – und damit den Grundstein zu ihrer Ausstellung in der Pforzheim Galerie gelegt. Die Weinflasche hat Aydt wieder lose zusammengesetzt, ihre Scherben mit einem Korsett aus Holz gestützt – und so aus den Einzelteilen etwas Neues gemacht. Das ist das Prinzip ihrer Arbeiten. Sie sind ab Montag in der Pforzheim Galerie zu sehen.

Stundenlange Präzisionsarbeit

Den Großteil der Werke machen Collagen aus. Keine Scherbensplitter sind hier das Grundmaterial, sondern Schnipsel aus Papier – das Prinzip aber ist das gleiche. Aus Fotografien, Zeitungen oder Zeitschriften hat Aydt ihr Material gewonnen und es danach in stundenlanger Präzisionsarbeit auf dem Papier neu zusammengesetzt. „Wie oft habe ich Jessy vor ihren kleinen Collagen sitzen gesehen. Sie war voll in ihre Arbeit vertieft“, sagt der Dozent Vito Pace. Er ist Lehrbeauftragter für den Studiengang „Skulptur“, den auch Aydt im Rahmen ihrer Ausbildung belegt – und sich dabei ausgezeichnet hat. So sehr, dass ihre Arbeiten nun in einer Einzelausstellung zu sehen sind. Ein Prinzip, das von beiden Partnern – Hochschule und Pforzheim Galerie – auf Dauer angelegt ist. Einmal pro Semester sollen herausragende Studenten die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb ihres alltäglichen Biotops, der Hochschule, zu glänzen. Aydt macht den Anfang.

Ihre Collagen zeigen – von sattem Weißraum umgeben – abstrakte Konstruktionen, eigenwillige Formen, die aus alltäglichen Schnipseln gebaut sind. Auch eine Zeichnung ist zu sehen. Was die Collagen im strengen Profil aufs Papier bannen, malt die Zeichnung plastisch aus: eigenwillige Objekte, von starken Linien geprägt, mit herausragenden Zapfen. Solche Konstruktion in die dritte Dimension zu überführen, drängt sich auf. Das Resultat ist – als Skulptur – zu sehen.

An der heimischen Werkbank

Die Elemente hat Aydt aus Buchenholz zurechtgesägt und an der heimischen Werkbank aus dem Zerschnittenen etwas ganz Neues konstruiert – wie bei den Collagen auf Papier oder der Weinflasche, die der Anfang war.