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Aufwendig gestaltet: Die Griffe indischer Zierschwerter aus dem 17. Jahrhundert sind Teil der Ausstellung über alten Mogulschmuck. Foto: SMP
24.11.2016

Schmuckmuseum plant Ausstellungen für die Jahre 2018/19

Pforzheim. Vor dem Jubiläum ist nach dem Jubiläum: Denn während der Feinschliff für „Pforzheim 250“ auf vollen Touren läuft, plant das Schmuckmuseum schon weiter. Konkret: die Ausstellungen der Jahre 2018 und 2019. Dabei setzt Cornelie Holzach auf ein bewährtes Rezept: Zeitgenössische Schmuckkünstler, historische Themen und ein gehöriges Maß an Glamour sollen nicht nur Pforzheimer ins Reuchlinhaus locken.

Doch das hat seinen Preis: „Vor allem die Transportkosten bei Leihgaben laufen uns davon“, sagt die Schmuckmuseumsleiterin. Deshalb muss der Kulturausschuss in der kommenden Woche und dann der Gemeinderat die „langfristige Kultur- und Veranstaltungsplanung“ genehmigen. Und so sehen die geplanten Ausstellungen für 2018 aus:

Alter Mogulschmuck

Besonders der indische Mogulschmuck vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zeichnet sich durch höchste gestalterische und technische Qualität aus. Reich an Edelsteinen und Gold wirkt er dennoch nicht überladen, sondern zeugt von einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik. Die Privatsammlung vereint Spitzenstücke der Goldschmiede- und Steinschneidekunst dieser wichtigen Epoche Indiens. Sie wurden noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt. In Planung ist zudem, einige herausragende Mogulschmuckstücke aus internationalen Museen einzubeziehen. Kostenrahmen: 150 000 Euro.

Bildergalerie: Schmuckmuseum plant Ausstellungen für die Jahre 2018/19

Schmuck der Filmgeschichte Hollywoods

Prachtstücke, die in Klassikern amerikanischer Filmproduktion eine Hauptrolle spielten, etwa „Cleopatra“ oder „Vom Winde verweht“, werden in dieser Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Das Archiv der Firma Joseff in Los Angeles beherbergt die nahezu vollständige Sammlung des legendären Filmschmucks der großen Jahre der Filmstudios. Die Stücke schmückten Filmdiven wie Marlene Dietrich, Elizabeth Taylor und Vivien Leigh. Kostenrahmen: 60 000 Euro.

Daniel Brush: Schmuck und Objekte

Ursprünglich aus der Malerei kommend, hat sich der amerikanische Künstler Daniel Brush Stück für Stück die Goldschmiede- und Schmuckkunst zu eigen gemacht. Sich Kategorisierungen entziehend, ist sein Œuvre sowohl in der bildenden Kunst als auch in hochwertiger und aufwendigster Goldschmiedekunst angesiedelt. Sein Werk wurde in Ausstellungen in namhaften Museen in den USA gewürdigt, mit der Schau im Schmuckmuseum wird es erstmals in Europa gezeigt. Kostenrahmen: 40 000 Euro.

Die Planung für 2019: Humboldt – Napoleon

Der deutsche Naturforscher und der französische Kaiser wurden vor 250 Jahren geboren, ihr Denken und Handeln legt Grundlagen unserer heutigen Weltsicht. Ethnographischer Schmuck und Artefakte von den Reisewegen Alexander von Humboldts bilden den Kern der Ausstellung, die begleitet wird von Texten und Bildern aus seinem Werk. Napoleon Bonaparte ordnete die europäische Welt neu, seine Epoche zeigt auch eine neue Art des Schmucks und der Mode. Mit Mellerio dits Meller als Hofjuwelier zeigt die Ausstellung Arbeiten aus seinem Umfeld als zentrales Thema. Die Ausstellungen werden nacheinander gezeigt und beziehen sich aufeinander. Kostenrahmen: 220 000 Euro.