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Kuratorin Julia Kleinbeck betrachtet die von ihr ausgewählten Werke in den Vitrinen der Modernen Sammlung. Foto: Seibel
Kuratorin Julia Kleinbeck betrachtet die von ihr ausgewählten Werke in den Vitrinen der Modernen Sammlung. Foto: Seibel
Aus dem Jahr 1967 stammt die Brosche von Reinhold Reiling. Foto: Reinhardt
Aus dem Jahr 1967 stammt die Brosche von Reinhold Reiling. Foto: Reinhardt
Anhänger von Klaus Ullrich (1963). Foto: Reinhardt
Anhänger von Klaus Ullrich (1963). Foto: Reinhardt
Brosche aus Gold und Acrylglas von Claus Bury (1972). Foto: Reinhardt
Brosche aus Gold und Acrylglas von Claus Bury (1972). Foto: Reinhardt
01.02.2017

Schmuckmuseum zeigt „Künstler, Visionäre, Vorbilder aus Pforzheim“

Pforzheim. Robert Smit, Claus Bury, Daniel Kruger, Reinhold Reiling, Winfried Krüger – sie sind die bedeutendsten Schmuckgestalter unserer Zeit. Wo sie ihre Kunst gelernt haben? Allesamt in Pforzheim, sind der Hochschule als ehemalige Studenten, Lehrbeauftragte oder Professoren zum Teil bis heute verbunden.

„Künstler, Visionäre, Vorbilder“ nennt sie das Schmuckmuseum im Titel der Neupräsentation der Modernen Sammlung. „Hier wird die Geschichte des Schmucks von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart erzählt“, sagt Kunsthistorikerin Julia Kleinbeck. Mit dem „Blick von außen“ hat sie die Ausstellung kuratiert. „Ich konnte aus dem Vollen schöpfen“, schildert sie angesichts der enormen Sammlung des Schmuckmuseums, aus der alle gezeigten Arbeiten stammen.

Für Andreas Gut, den aktuellen Professor für Schmuckdesign an der Hochschule, ist es spannend, die Werke seiner Kollegen und Studenten „im großen Zusammenhang“ zu sehen und „wie Pforzheim die Schmuckgeschichte geprägt hat“.

Unter die über 100 Exponate mit Pforzheim-Bezug mischen sich einige wenige international bedeutende Schmuckkünstler, wie Bruno Martinazzi, Friedrich Becker oder Peter Chang – doch denen sind absolut gleichwertige Arbeiten aus „Pforzheimer Produktion“ gegenübergestellt. Und neben Künstlern wie Theodor Wende oder Karl Schollmeyer sind auch immer wieder Schmuckgestalterinnen vertreten, die es zu entdecken gilt: Margot Mämeke etwa mit einem großvolumigen Armreif aus Elfenbein oder Monika Falk mit drei feingliedrigen Ringen.

Bemerkenswert auch, wie sich Schmuck und Kunst oft parallel entwickeln: Seien es die Galvanoplastarbeiten von Reinhold Krause, die erzählerischen, an Comics angelehnten Emaille-Arbeiten von Ulrich Telgo oder – ab Mitte der 1970er-Jahre – die auf geometrischen Formen basierenden Schmuckstück von Ralf Guigas oder Georg Dobler. Spannend auch, wie sich in den 1980er-Jahren Schmuckgestalter wie Willi Häfele, Johann Müller und Roland Stoll mit eloxiertem Alu und starken Farben auseinandersetzen.

Ab 1969 hat der damalige Direktor Fritz Falk intensiv gesammelt, was Nachfolgerin Cornelie Holzach – auch mit inzwischen geringeren finanziellen Mittel – fortführt. In engem Kontakt mit der Hochschule werden immer wieder junge Künstler ausgeguckt, „von denen wir eine große Karriere erwarten und uns freuen, wenn dies auch eintritt“, sagt Holzach. Ein Beispiel: Sam Tho Duong, dessen Arbeiten inzwischen interna-tional Furore machen. Und wer folgt nach? Frieda Dörfer beispielsweise. Und Katrin Feuler – beide übrigens auch Förderpreisträgerinnen der Internationalen Gesellschaft der Freunde des Schmuckmuseums.