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Flexible Perlenketten aus geknotetem Edelstahlseil gab es bei Natascha Reichel (rechts) zu sehen, Andrea Wexel aus Mühlacker gefiel der Schmuck. Foto: Molnar
Flexible Perlenketten aus geknotetem Edelstahlseil gab es bei Natascha Reichel (rechts) zu sehen, Andrea Wexel aus Mühlacker gefiel der Schmuck. Foto: Molnar
Für mehrere Kreative in Sachen Schmuck aus Pforzheim und dem Umland stellte Organisatorin und Künstlerin Anina Gröger (Zweite von links) ihr Atelier an der Schwarzwaldstraße zur Verfügung. Foto: Molnar
Für mehrere Kreative in Sachen Schmuck aus Pforzheim und dem Umland stellte Organisatorin und Künstlerin Anina Gröger (Zweite von links) ihr Atelier an der Schwarzwaldstraße zur Verfügung. Foto: Molnar
Patrick Malotki (rechts) zeigt an seinem Stand Martin Hailer und Bettina Schlag seine originellen Ringe aus Edelstahl und Gold. Foto: Molnar
Patrick Malotki (rechts) zeigt an seinem Stand Martin Hailer und Bettina Schlag seine originellen Ringe aus Edelstahl und Gold. Foto: Molnar
25.09.2017

Schmuckschaffende öffnen erstmals ihre Werkstätten in Pforzheim

Pforzheim. Mit Interesse betrachtet Anne Pflaum die grazilen Halsbänder von Kerstin Mayer. Diese wurden mit einer besonderen Häkeltechnik hergestellt und mit Edelsteinen und Perlen bestückt. „Ich finde es gut, die Künstler im Atelier anzutreffen“, sagt die Besucherin. Und auch Kerstin Mayer ist über die Möglichkeit, ihren Schmuck zu zeigen, froh: „Die Idee war längst überfällig, hier gibt es ein großes Potenzial“, sagt die Pforzheimer Goldschmiedin und Schmuckdesignerin, die ihr Atelier in Stuttgart und bei Anina Gröger an diesen Tagen Raum bekommen hat.

Die Organisatorin und Künstlerin hatte die Idee für die Veranstaltung „Offene Ateliers Schmuck“ zum 250-Goldstadt-Jubiläum, die am Wochenende erstmals stattfand und besonders dort anlockt, wo mehrere Künstler versammelt sind. Über 40 selbstständige Schmuckschaffende öffnen zwei Tage in Pforzheim und dem Umland Werkstätten, Manufakturen, Galerien und Schmuckräume – unter dem Motto „Entdecken Sie die Kreativität Pforzheims“.

Viele haben hier gelernt

Darunter befinden sich auch Lehrer der Hochschule und Schülerinnen vom Berufskolleg der Goldschmiedeschule. Die meisten haben in Pforzheim gelernt und studiert, arbeiten teils in Neuhausen oder Birkenfeld. Neun Schmuckdesignern hat Anina Gröger deshalb ihr 89 Quadratmeter großes Atelier an der Schwarzwaldstraße zur Verfügung gestellt. „Ich habe alle gern bei mir aufgenommen“, sagt die rührige Organisatorin, die die Veranstaltung ursprünglich als Programmpunkt einer Neuauflage des „Goldherbstes“ konzipiert hatte. Diese musste jedoch verschoben werden.

Gröger kann sich vorstellen, die „Offenen Ateliers“ jährlich zu veranstalten – immer unter einem anderen Aspekt. Ob Mode-, Objekt- oder Möbeldesigner – alle kreativ Arbeitenden könnten sich beteiligen. So stehe das orangene O, das an den Straßen und Türen den Weg weist, für offen und könne in wechselnden Farben verschiedene Bereiche oder Bildende Kunst abdecken.

In Grögers Atelier herrscht ein Kommen und Gehen, Gespräche und Snacks laden zum Verweilen ein. „Die 250-Jahr-Feier bringt uns wieder ein Stück zusammen“, freut sich Reimund Ühle aus Steinegg, der seine silbernen Wickel- und Volute-Ringe präsentiert. Originelle Ideen zeigt auch Patrick Malotki aus Straubenhardt – etwa ein „Duett“ aus zwei beweglichen Ringen – oder die in der Galerie der Schmuckwelten arbeitende Stefanie Walkenhorst, die Silber mit selbstgefärbtem Kunststoff kombiniert. Schubweise treffen auch Besucher gegenüber bei Natascha Rahel Reichel ein, in deren Treppenhaus es nach Kaffee und Apfelkuchen duftet. „Ich arbeite überwiegend mit Perlen“, erzählt die Schmuckdesignerin. Vor Ort ist auch ihr ehemaliger Lehrer und Leiter der Goldschmiedeschule, Ulrich Haass. Weil beide im gleichen Haus wohnen, zeigen sie ihre neusten Kreationen. Ruhiger geht es bei Johannes Stoll in der Kultschmiede Kulta zu. „Das Gute ist, dass ich nebenher arbeiten kann“, sagt der Goldschmiedemeister, der gerne gefundene Sachen und Rohmaterialien wie ungeschliffene Steine verwendet. Die Idee, Publikum ins Atelier zu locken, sei leider noch nicht aufgegangen.