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Klassik vor herrlicher Naturkulisse: Auf Stühlen, Strohballen und Holzstämmen haben es sich die Besucher gemütlich gemacht. Foto: Roller
Klassik vor herrlicher Naturkulisse: Auf Stühlen, Strohballen und Holzstämmen haben es sich die Besucher gemütlich gemacht. Foto: Roller
08.07.2019

Schubert unterm Birnenbaum: Anchor Art Ensemble begeistert bei Freiluftkonzert in Wurmberg

Wurmberg. Warmes, trockenes Wetter, eine herrliche Naturkulisse und acht talentierte Musiker, die von Anfang bis Ende voller Spielfreude agieren: Was braucht es mehr für einen gelungenen Konzertabend im Freien? Am Samstag passt in Wurmberg einfach alles.

Kein Wunder also, dass mehr als 300 Zuhörer auf die idyllisch gelegene Streuobstwiese der Mosterei Beigel kommen, um dem Anchor Art Ensemble dabei zuzuhören, wie es das Oktett Franz Schuberts (op. 166) zum Besten gibt. Das aus Mitgliedern des Südwestdeutschen Kammerorchesters und der Badischen Philharmonie Pforzheim bestehende Ensemble hat sich zum Ziel gesetzt, Musik an ungewöhnlichen Orten zu machen. Im Freien haben die Musiker schon öfter gespielt, auf einer Streuobstwiese aber noch nie. Es gibt eben für alles ein erstes Mal. Im Schatten eines gut 150 Jahre alten, groß gewachsenen Birnenbaums steht der Anhänger, auf dem die Musiker mit ihren Notenständern Platz genommen haben. Sie spielen alle sechs Sätze des von Schubert im Jahr 1824 zu Ende komponierten Stücks, das als eines der populärsten Kammermusikwerke gilt: Die serenadenhafte, farbenreiche, fast sinfonisch anmutende Komposition passt perfekt zum lauen Sommerabend.

Die Musiker agieren flexibel und leidenschaftlich, intonieren harmonisch, erzeugen einen abgerundeten Klang, zaubern vergnügt-tänzerische Melodien hier, mild-zärtliche Passagen dort. Heiter wirkt das Allegro vivace, geheimnisvoll das Menuetto und im wuchtigen Finale flirren die Tremoli. Während die Sonne langsam hinter dem Horizont versinkt, lauschen die Zuhörer gespannt.

Auf Stühlen, Bierbänken, Strohballen, Holzstämmen, auf Klappstühlen und Decken sitzen sie zwischen unzähligen Streuobstbäumen. 300 000 gibt es im Enzkreis – deutlich weniger als früher. Dabei sind Streuobstwiesen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Auch darauf soll dieses Konzert aufmerksam machen, das nach einer guten Stunde mit tosendem Applaus endet.