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Ana Teixeira Rua (vorne) und Georg Szostakowski (hinten) vom Salon-Ensemble „Sentimental“. Foto: Roller
Ana Teixeira Rua (vorne) und Georg Szostakowski (hinten) vom Salon-Ensemble „Sentimental“. Foto: Roller
09.01.2017

„Sentimental“ präsentiert klangprächtige Stücke beiNeujahrskonzert in Neulingen

Neulingen. Über Nacht hat es geschneit. Die Temperaturen sind gesunken und liegen am Sonntagmorgen nur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Der Winter ist da. Aber was hilft gegen die Kälte? Musik machen. Zumindest, wenn es nach Claudiu Rupa geht. „Jetzt spüre ich, es wird wärmer“, sagt er lächelnd, nachdem er mit seinen Musiker-Kollegen vom Salon-Ensemble „Sentimental“ den schwungvollen Kaiser-Walzer von Johann Strauß gespielt hat. Übrigens nicht die einzige Komposition des österreichischen Walzerkönigs, die das Publikum gestern beim Neujahrskonzert der Künstlergilde Buslat im Katharinenthaler Hofgut zu hören bekommt.

Kunstvoll gezupft

Stilsicher intonieren die sechs Musiker von „Sentimental“ auch den etwas weniger klangprächtigen, aber dank der aus Persien stammenden Originalmelodie im Trio, äußerst eindrucksvollen Persischen Marsch und die Pizzicato-Polka – von den Streichern gleichsam einfühlsam-zart und kunstvoll gezupft.

Sehr beweglich agieren die Musiker zuvor beim Schneewalzer, bekanntermaßen eine leichte, tänzerische Melodie. Die Streicher Claudiu Rupa, Eleonore Bodendorff, Georg Szostakowski und Ana Teixeira Rua liefern hier schöne Aufschwünge, während Christian Knebel am Klavier gekonnt Akzente setzt. Mit der gleichen Leichtigkeit bestreiten sie den „Sandmann“, eine spritzige Nummer von Pat Ballard aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die etwas flächiger gerät. Die Stunde von Kontrabassist Klaus Dusek, Orchestermitglied beim Pforzheimer Theater, schlägt kurz vor der Pause, nämlich bei den Rumänischen Volkstänzen aus der Feder von Bela Bartok. Nach der Pause, kurz vor Schluss, gibt es bei Vesco D’Orio dann Streit darüber, was zuerst kommt: die Liebe oder die Leidenschaft? Eigentlich aber auch egal, denn beide Stücke präsentieren die Musiker harmonisch und mit viel Schwung.

SWDKO-Geiger Claudiu Rupa führt durchs Programm, humorvoll und mit viel guter Laune. Die hat auch Norbert Jüdt, Vorsitzender der Künstlergilde Buslat, der sich über die vielen Zuhörer freut. Gut zwei Stunden lang halten sie es aus und spenden immer wieder tosenden Applaus. Vollkommen zu Recht, angesichts des Esprits und der Exaktheit der „Sentimental“-Musiker.