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Die Theaterstücke von Shakespeare werden auch heute noch sehr häufig gespielt – wie hier „Richard III.“ mit dem Schauspieler Lars Eidinger.  Nietfeld
Die Theaterstücke von Shakespeare werden auch heute noch sehr häufig gespielt – wie hier „Richard III.“ mit dem Schauspieler Lars Eidinger. Nietfeld
Am Globe-Theater in London – hier eine Rekonstruktion – feierte Shakespeare seine größten Triumphe.  Arrizabalaga
Am Globe-Theater in London – hier eine Rekonstruktion – feierte Shakespeare seine größten Triumphe. Arrizabalaga
Vor 400 Jahren – im April 1616 – ist William Shakespeare gestorben.  dpa
Vor 400 Jahren – im April 1616 – ist William Shakespeare gestorben. dpa
05.01.2016

Shakespeare ist überall – auch in Pforzheim

Das Jahr 2016 steht in den Theatern ganz im Zeichen Shakespeares. Der englische Dramatiker ist vor 400 Jahren gestorben.

Shakespeare lebt. Natürlich ist das Motto des Shakespeare-Jahres 2016, „Shakespeare Lives“, Werbung – aber eine, die stimmt. Einerseits, weil Shakespeare-Stücke bis heute berühren, weil Shakespeare nie veraltet. Andererseits, weil man ihn mit Nachdruck am Leben hält. Shakespeare ist eine mächtige britische Marke. Kein Wunder, dass nur zwei Jahre nach der Riesen-Sause zu seinem 450. Geburtstag auch der 400. Todestag gebührend begangen werden soll. Der ist am 23. April, doch die Kampagne „Shakespeare Lives“ läuft ein ganzes Jahr.

„Die Gelegenheit ist einfach zu gut“, sagt Ciarán Devane vom British Council, der britische Kultur ins Ausland exportiert. Im Falle Shakespeares eine denkbar einfache Aufgabe. Wenn Benedict Cumberbatch „Hamlet“ spielt, macht das weltweit Schlagzeilen, Lars Eidinger als Richard III. oder auch als Hamlet erntet enthusiastische Kritiken.

Shakespeare ist sowieso überall, aber sein Heimatland will ihn trotzdem ehren. Eine besondere Rolle wird dabei – wie schon 2014 – wieder das Globe-Theater spielen. Der Nachbau eines Theaters aus dem 16. Jahrhundert direkt an der Themse, bis hin zu den Stehplätzen ohne Überdachung und den harten Holzbänken originalgetreu, ist seit seiner Eröffnung 1997 eine Art Pilgerstätte für Shakespeare-Verehrer geworden.

Der Künstlerische Direktor Dominic Dromgoole plant eine besondere Hommage an Shakespeare: 37 Kurzfilme, einer für jedes Shakespeare-Stück, werden am 23. und 24. April über vier Kilometer die Themse entlang auf 37 Bildschirmen gezeigt werden. In streng chronologischer Reihenfolge – und mit dem Hang zu Originalschauplätzen. Deswegen wird „Hamlet“ in Dänemark gedreht werden, „Romeo und Julia“ in Verona, „Antonius und Kleopatra“ in Ägypten.

Shakespeare in der ganzen Welt

Mit der Feier des 450. Geburtstags des vielleicht bedeutendsten Dramatikers überhaupt ist das Globe übrigens noch gar nicht fertig. Seit dem 23. April 2015 tourt eine Gruppe mit „Hamlet“ um die Welt, mit dem Ziel, bis zum 23. April in jedem Land der Erde aufgetreten zu sein. In mehr als 135 Ländern waren sie schon.

Geplant sind neben Theateraufführungen auch Ausstellungen, Lesungen, und eine große Schulinitiative. 100 000 Schulen weltweit bekommen ein Shakespeare-Paket, natürlich übersetzt in die Landessprache. Themen: Weltbürgertum, Macht, Identität, Gerechtigkeit. Alles anhand von mehr als 400 Jahre alten Texten, die die weltberühmte Royal Shakespeare Company zum Leben erweckt. Die Schüler können sich die Arbeit der Schauspieler in Videoclips ansehen. Ob deutsche Schulen einbezogen werden, konnte der British Council auf Anfrage noch nicht mitteilen.

Auch das Theater Pforzheim begeht das Shakespeare-Jahr – und hat schon im vergangenen Jahr damit begonnen. „Shakespeare ist durch die gesamte aktuelle Saison hindurch einer der Schwerpunkte“, sagt Peter Opperman, der Chefdramaturg des Theaters. Insgesamt vier Produktionen nehmen dabei Bezug auf den englischen Dramatiker. „Die ,West-Side-Story’ ist eine Adaption von ,Romeo und Julia‘; die Komödie ,Sein oder Nichtsein‘ knüpft an Shakespeare an – und im Februar kommt mit ,Hamlet‘ ein originales Stück von ihm auf den Spielplan – das übrigens seit 35 Jahren nicht mehr auf der Bühne des Theaters Pforzheim zu sehen war.“ Mit dem Stück „Rosenkranz & Güldenstern“ gibt es gleichfalls im Februar eine weitere Reminiszenz an Shakespeare – dreht sich das Stück doch um zwei Nebencharaktere aus „Hamlet“. Für Oppermann ist das Shakespeare-Jahr ein willkommener Anlass, sich neu mit dem bedeutenden Dramatiker zu beschäftigen. „Bei solchen Jubiläen muss man immer darauf achten, dass sie nicht inflationär begangen werden. Aber sie können auch eine gute Gelegenheit, sich ausführlicher mit einem bestimmten Dramatiker zu befassen.“