Ein buntes Typenkarussell dreht sich in „Wie es euch gefällt“ um Rosalinde (Konstanze Fischer, zweite von rechts). Foto: Haymann
Konstanze Fischer und Hannes Hametner vor der Premiere. Foto: Haymann
Kultur
Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ feiert Premiere
  • Sandra Pfäfflin

Pforzheim. „Wie wollen wir miteinander leben?“ ist das Motto der neuen Spielzeit am Theater. Shakespeare hat darauf eine ganz einfache Antwort: „Wie es euch gefällt“. Mit der Komödie, die vermutlich 1599 verfasst wurde, eröffnet das Schauspiel am Samstag die Saison.

„Wie es euch gefällt“ - eine Komödie von William Shakespeare – feiert am 22.September Premiere im Theater Pforzheim.

Worum geht es bei Shakespeare? Letztlich um die Liebe: die seelenverwandte, die überschäumende, die verletzliche, die machtgesteuerte und die ganz falsche. Bei Shakespeare, sagt Schauspieldirektor und Regisseur Hannes Hametner, „ist Liebe viel universeller als unsere bürgerlich zurechtgestutzten Vorstellungen“.

Es ist eine geschlechterunabhängige Liebe – Frauen verkleiden sich als Männer und umgekehrt. Darstellerinnen wie Konstanze Fischer in der Hauptrolle der Rosalinde loten beide Gefühlswelten aus. „Und es ist auch für mich spannend, zu erleben, wie man sich als Mann so ganz anders fühlt und verhält“, sagt die Schauspielerin, die sich mit Rollen im „Dschungelbuch“, „Der Untergang von Troja“, „Frau Müller muss weg“ und vielen weiteren seit 2015 in die Herzen des Pforzheimer Publikums gespielt hat. Nun also ihre bislang wichtigste Rolle, eine mit langen Texten im Blankvers, mit einer großen Bandbreite an Emotionen. Und ganz viel Humor. „Es macht Laune, in diesem Stück vieles zu erproben, zu spielen und aufzuzeigen“, sagt sie. Denn: So ganz heiter ist die Ausgangslage von „Wie es euch gefällt“ nicht, sind doch Machtmissbrauch und Willkür ausschlaggebend für das, was sich entwickelt. Und da prallen Welten aufeinander: Kultur gegen Natur, Stadt gegen Land, Utopie gegen Diktatur. Shakespeare, so Hametner, zeige auf, wie es sein könnte, aber nicht sein muss. Das Theater als Möglichkeitsraum.

Doch die Liebe macht frei – von allen Konventionen. Sie steht über allem und siegt am Ende. „Liebe ist das, was uns zusammenhält.“ Und das lässt auch für den Zuschauer vieles zu: „Hier gibt es keine vorgefertigten Ideen und Gedanken, der Betrachter ist aufgefordert, sein Eigenes dazuzutun“, sagt Hametner.

Bei aller Ernsthaftigkeit bleibt „Wie es euch gefällt“ eine Komödie: voll Wortwitz und schräger Typen, etwa Markus Löchner in der Rolle der Schäferin Phoebe. Trotz der Herausforderung ist für Konstanze Fischer ihre Rolle „auch ein großer Spaß“, sagt sie, lacht und schüttelt die blonden Locken.