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03.05.2016

Shakespeares „Sommernachtstraum“ mit Klavierduo, Erzähler und Chor in Grunbach

Ein Klavier, Chor und Requisiten: Mehr braucht es nicht, um Shakespeares „Sommernachtstraum“ verkürzt auf die Bühne zu bringen. Zum 400. Todestag des Dramatikers verwandelt sich die Alte Turnhalle Grunbach nicht nur in ein Musikcafé, sondern auch in einen Zauberwald mit allerlei List und Liebeschaos – dank Schauspieler Markus Löchner, dem Klavierduo Ljiljana Borota und Christian Knebel, der Sopranistin Miriam Kurrle sowie dem „Elfenchor“ unter Leitung von Siegrun Stütz.

Irrsinnig komisch erzählt Löchner die Geschichte, schlüpft mühelos von einer Rolle in die andere – mit wechselnder Stimme, Stabfigur und Haube. Das ist Erzähltheater, wie es im Bilderbuch steht. Dazu spielen Borota und Knebel die Bühnenmusik von Mendelssohn in der Fassung für Klavier zu vier Händen, 1844 vom Komponisten selbst verfasst. Mit fuchtelndem Figurenspiel deutet Löchner das Verlieben, verzweifelte Suchen und Küssen der Paare Hermia, Lysander, Helena und Demetrius an – zur Freude des Publikums, das vor der Aufführung mit Stütz’ Tortenkreationen verwöhnt wurde. Den Elfenkönig Oberon gibt er mit tiefräuspernder Stimme, dessen widerspenstige Gattin mit Blätterkranz und weibisch-hellem Ton. Ganz in seinem Element ist Löchner als lausbübischer Puck oder als aufgeregte Amazonenkönigin Hippolyta mit flatternden Armen. Mit Mendelssohns berühmtem Hochzeitsmarsch und Löchners herrlich dramatisch gespieltem Stück im Stück kommt noch mal Schwung in den Saal – bevor das Publikum den Darbietenden viel Applaus zollt. Anita Molnar