760_0900_118791_Halberstadt_John_Cage.jpg
Von Dauerton zu Dauerton: Hunderte Besucher erleben den großen Tag des Klangwechsels in der Halberstädter Kirche St. Burchardi mit.  Foto: Erb 

So zieht ein 639 Jahre andauerndes Orgelstück Hunderte Besucher in seinen Bann

Halberstadt. Es brummt in der Kirche St. Burchardi zu Halberstadt. Und dies im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Seit exakt sechs Jahren und elf Monaten dringt aus der auf einem Podest thronenden Miniatur-Orgel ein Fünfklang. Nonstop. Rund um die Uhr. Nun steht der Klangwechsel an, für den Hunderte Enthusiasten nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt gepilgert sind. Glücklich, wer eines der wegen der Corona-Bestimmungen dieses Mal besonders raren Tickets ergattert hat. Gebannte Blicke und etliche Filmkameras internationaler Medien verfolgen mit, wie die Sängerin Johanna Vargas und der Organist Julian Lembke zum Instrument schreiten. Wie sie sich weiße Stoffhandschuhe überstreifen. Wie sie zu den zwei Orgelpfeifen greifen, die von Handtüchern geschützt auf einem Hocker ruhen. Und wie sie diese dann behutsam in die dafür vorgesehenen Öffnungen drehen. Es ist vollbracht. Ein Gis und ein E bereichern nun den Klang, der bis Anfang 2022 gleichbleiben wird. Was, bitteschön, war denn das?

Maximal minimal

530 Kilometer lang ist die Autostrecke von Pforzheim nach Halberstadt. Würde man sich für jeden einzelnen Kilometer ein Jahr Zeit nehmen, wäre die Spanne immer noch zu kurz, um die Dimension dieses epochalen Werks zu ermessen. 639 Jahre lang soll

Der Artikel interessiert Sie?

Jetzt weiterlesen mit einem Zugangspass oder einem PZ-news-Abo!

Sie sind bereits Abonnent oder haben einen Monatspass?