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22.01.2016

Soundtrack-Konzert von Rolf Ableiter und Band im Kommunalen Kino Pforzheim

Ein Konzert mit Seltenheitswert: Die im Kommunalen Kino (KoKi) versammelte Band von Rolf Ableiter, so versichert der Karlsruher Komponist, Produzent und Kameramann, habe zuletzt vor acht Jahren gemeinsam auf einer Bühne gestanden.

Und sie konnte, so fährt er im PZ-Gespräch fort, in voller Besetzung nur einen einzigen Tag im Linkenheimer Studio von Schlagzeuger Marcel Millot proben. Von zehn bis 17 Uhr. Dem Konzert im KoKi tat’s keinen Abbruch: Die von Ableiter „silent songs“ genannten Eigenkompositionen und Cover-Songs saßen – und entwickelten von Anfang an ihren Reiz. Jedem Zuhörer war sofort klar: Hier wird ohne Kalkül musiziert.

Gemeinsam mit Rolf Ableiter (Gesang und Gitarre) musizierten im KoKi: Esther Oberle und Kirsten Guthörlein (beide Gesang), Klaus Eichberger (Keyboard und Akkordeon), Sebastian Koehn (Gitarre), Marcel Millot (Schlagzeug), Torsten Steudinger (E-Bass) und der eigens aus Griechenland eigeflogene Violinist Nikos Mavridis.

Bereits der allererste Song, „Both Sides Now Clouds“ (im Original von Joni Mitchell), machte deutlich, worauf Ableiter bei seinen Arrangements für die achtköpfige Band den größten Wert legt: Kontinuierliche Steigerung von Volumen und Klangvielfalt über die gesamte Dauer des Stücks. Begonnen wurde mit einem einzigen Ton vom E-Piano, die Stimme von Rolf Ableiter gesellte sich dazu, Violine und Bass sorgen für einen immer volleren Sound, und nacheinander übernehmen die beiden weiblichen Gesangsstimmen. Den Schluss-Refrain singen Ableiter, Oberle und Guthörlein gemeinsam.

Einigkeit unter den Zuhörern

Das Soundtrack-Konzert brachte neben bewährten und neuen Versionen von Eigenkompositionen auch ein Wiederhören mit (von den Radiostationen) nahezu vergessenen Titeln wie beispielsweise „Sebastian“ von Steve Harley oder Leonard Cohens „Famous Blue Raincoat“ – freilich immer in den für Ableiter ganz typischen zurückgenommenen, entschleunigten Arrangements. Zu den Höhepunkten der zweiten Konzerthälfte zählten „Her Cherry Lips“, „Lucille“ und die von Rolf Ableiter solo vorgetragene Zugabe „Chelsea Hotel Nr. 2“. Die Zuhörer waren sich nach dem Gig einig: Bis zum nächsten Konzert dürfen nicht wieder acht Jahre vergehen.