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„Rolling Eye“ nennt der renommierte Architekt Greg Lynn seine Projektion, die zum ersten Mal bei den Schlosslichtspielen in Karlsruhe zu erleben ist.  Sean
„Rolling Eye“ nennt der renommierte Architekt Greg Lynn seine Projektion, die zum ersten Mal bei den Schlosslichtspielen in Karlsruhe zu erleben ist. Sean
04.08.2017

Spektakuläre Lichtkunst: Schlosslichtspiele in Karlsruhe sind gestartet

Seit Donnerstagabend locken die Karlsruher Schlosslichtspiele wieder die Besuchermassen: Rund 750 000 Menschen sind in den vergangenen beiden Jahren zu dem abendlichen Freiluftspektakel gepilgert.

Und auch in diesem Jahr dürften die Fans wieder strömen, hat doch Kurator Peter Weibel Stars der internationalen Architektenszene eingeladen, mit ihren Projektionen für ein spezielles Seh-Erlebnis zu sorgen.

Bis 10. September ist das Schloss mit seiner 170 Meter breiten Fassade wieder Mittelpunkt und Projektionsfläche für spektakuläre Lichtkunst. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Formen von Architektur. „Mit der Verschränkung von digitaler (Projektion) und analoger Kunst (Gebäude) generieren die Schlosslichtspiele eine neue Form von Architektur, eine neue Gleichung zwischen virtueller und realer Architektur“, schreibt ZKM-Chef Weibel. Mit den Shows werde eine visionäre Architektur geschaffen, die in der Verbindung zwischen Licht und Stein neue Räume gestalte und atmosphärisch erlebbar mache.

In seiner Projektion „Clenasing“ lässt der israelische Künstler Eyal Gever das Schloss virtuell fluten und die Fassade von seinen eindrucksvoll simulierten Wassermassen davonspülen. Das Bremer Künstlerkollektiv Urbanscreen zerlegt die klassizistische Schloss-Architektur in die Grundelemente Punkt, Linie und Fläche. Das Architektenduo Hani Rashid/ Lise Anne Couture löst die Materialität des Gebäudes Stück für Stück auf: Die reale Form der Schlossfassade interagiert mit computergenerierten Linien und Strukturen. Der Preisträger des „Goldenen Löwen“ von Venedig, Greg Lynn, stattet den Lasten- und Transportroboter Gita mit 16 Kameras aus, die Architekt Frank Gehry oder Museumsdirektor Max Hollein an verschiedenen Orten der Welt aufnehmen. Das entstehende Bewegtbild wird auf die Schlossfassade projiziert. Das Londoner Büro Zaha Hadid Architects versucht, Architekturformen und Musik mit menschlichen Verhaltensweisen zu verbinden. Und die Künstlergruppe Maxin10sity, die schon 2015 und 2016 begeisterte, verwandelt die Schlossfassade in eine Art Urozean. Der siebte Teil der Show stammt von Weibel, der einen Beitrag zur 200-jährigen Gesichte des Rads liefert.