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A. Baumgartl. Foto: dpa
A. Baumgartl. Foto: dpa
12.07.2018

Spitzweg-Gemälde ruiniert? Galerist will Geld sehen

München. Hat ein Restaurator das Ölgemälde „Der Schreiber“ von Carl Spitzweg (1808-1885) mit seiner Arbeit ruiniert? Das jedenfalls wirft ihm Galerist Andreas Baumgartl aus München vor.

Der seit Jahren andauernde Streit war gestern wieder Thema vor dem Oberlandesgericht München. Ein Kunsthistoriker, der im Dezember 2010 – nach der Restaurierung des Gemäldes – ein Gutachten dazu erstellt hatte, erklärte als Zeuge, dass die oberste Malschicht stark gereinigt worden sei und etliche Details dadurch verloren gegangen seien. Den Zustand des Bildes vor den Arbeiten habe er nur auf einem Foto gesehen. In dem Zivilprozess geht es neben dem Spitzweg noch um drei weitere Bilder. Baumgartl fordert die Kosten für Restaurierung und Gutachten zurück sowie Schadenersatz – insgesamt rund 40.000 Euro.

2009 hatte der Restaurator den Auftrag bekommen, die vier Kunstwerke zu reinigen. Der Mann habe jedoch die Farben durch zu scharfe Lösungsmittel weggewaschen, wirft der Galerist ihm vor. Durch die Restaurierung soll der Wert des Spitzweg-Gemäldes von 20 000 bis 25 000 Euro auf nur noch 5500 Euro gesunken sein.

Der Beklagte weist die Vorwürfe zurück. Die Bilder seien schon vorher in einem schlechten Zustand gewesen, hatte sein Anwalt bei einem früheren Verhandlungstermin gesagt. Das Gericht will am 8. August seine Entscheidung verkünden. Wera Engelhardt