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Unser Bild zeigt Gert Hager, Bettina Leder, Wolfgang Lauinger und Kulturhaus-Leiterin Maria Ochs (von links).
Unser Bild zeigt Gert Hager, Bettina Leder, Wolfgang Lauinger und Kulturhaus-Leiterin Maria Ochs (von links).
14.03.2016

Stadt würdigt 97-jährigen Kämpfer für die Demokratie

Gerade am Tag der Landtagswahl ist diese Ehrung eine besondere: Mit einem städtischen Empfang würdigte Oberbürgermeister Gert Hager am Sonntag im Kulturhaus Osterfeld einen Mann, der sein Leben lang einsteht für den Kampf gegen den Rechtsradikalismus und die Verteidigung der Demokratie.

In 97 Jahren hat Wolfgang Lauinger vieles durchlebt und durchlitten. Als Sohn des jüdischen Journalisten Artur Lauinger wird er 1939 zur Wehrmacht eingezogen, wenige Wochen später als Halbjude aber wieder entlassen. Er gerät schnell ins Visier der Gestapo, weil er in Frankfurt den Swing-Kids angehört, eine Musikrichtung, die den Nazis so gar nicht passt. Er wird verhaftet, einige Monate später – mangels Vorwürfen – jedoch entlassen und taucht unter. In Pforzheim findet er Arbeit, übersteht Krieg und Verfolgung. Nur um 1950 wieder im Gefängnis zu landen – Homosexualität war damals strafbar. Bettina Leder hat diese „Familiengeschichte aus Deutschland“ in ihrem Buch „Die Lauingers“ festgehalten und zusammen mit dem Jazz Art Trio präsentiert.