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Im Manegenrund spielt Wagners Oper „Das Rheingold“, die vom gut gelaunten Premierenpublikum - darunter Dorothea Pattberg, Conny Geiger, Albert Esslinger-Kiefer und Oana Krichbaum (von links) – mit viel Applaus bedacht wird.Meyer/Haymann
14.09.2018

Stadttheater eröffnet die neue Saison mit der Wagner-Oper „Rheingold“

Pforzheim. Ein Gläschen Sekt und jede Menge Umarmungen, ein freundliches Hallo und ein Wiedersehen nach einer manchmal längeren Pause: Mit fröhlicher Mine und launigen Gesprächen hat gestern Abend das Premierenpublikum im Theater Pforzheim die Eröffnung der Saison 2018/19 gefeiert.

An diesem doch noch schönen Sommerabend lassen es sich die Gäste gut gehen, freuen sich auf einen ereignisreichen Abend. Unter ihnen auch zahlreiche prominente Vertreter aus Stadt und Kreis: Oberbürgermeister Peter Boch, Ex-Ob Gert Hager und die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, die Intendant Thomas Münstermann und Verwaltungsleiter Uwe Dürigen im Foyer und nochmals offiziell von der Bühne herunter begrüßen. Mit dabei auch der Bundestagsabgeordnete Günther Krichbaum, mehrere Landtagsabgeordnete, Bürgermeister und Stadträte. Eine lange Begrüßungsliste, die unter viel Beifall abgearbeitet wird.

Bildergalerie: Opern-Premiere "Rheingold" im Stadttheater

Doch dann erleben die Zuschauer staunenswerte Stunden. Denn wenn Zwerg Alberich (Hans Gröning) den durchsichtigen Vorhang, auf dem gerade noch eine idyllische Landschaft mit Anklängen an die Uraufführung 1869 in München zu sehen war, herunterreißt, dann ist Schluss mit Romantik. Der Blick wird frei auf das rote Managenrund, und schnell wird klar, die drei ebenso reizenden, wie naiven Rheintöchter (Elisandra Melián, Anna Gütter und Lisa Wedekind) haben dem Bösewicht nichts entgegenzusetzen. Alberich entsagt der Liebe, bereichert sich am Goldschatz und Ring, der ihm für alle Zeit die Macht verleihen soll.

Doch diese Rechnung hat er ohne Göttervater Wotan (Lukas Schmid-Wedekind) gemacht, der als Zirkusdirektor mit seiner Götterschar – Fricka (Dorothee Böhnisch), Freia (Stamatia Gerothanasi), Erda (Lisa Wedekind), Donner (Paul Jadach), Froh (Theodore Browne) und dem listigen, undurchsichtigen Loge (Philipp Werner) das Weltenrund bevölkert. Wotan hat nämlich Schulden: bei den eindrucksvollen Riesen Fasolt (Heeyun Choi) und Fafner (Aleksandar Stefanoski). Die zum Entsetzen aller alternder Götter als Bezahlung vorgesehene Freia, Hüterin der ewigen Jugend, wird kurzerhand im von Alberich geraubten Rheingold samt Ring aufgewogen. Doch so ganz sind die Riesen damit nicht beschwichtigt.

Mit rund zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer – ohne Pause – gelingt dem Theater zum Saisonstart eine fulminante Inszenierung mit immer wieder überraschenden Bildern. Vor allem beeindruckt die Vielzahl der wunderbaren Stimmen, die das neue Ensemble bereichern. Mit Markus Huber am Pult der Badischen Philharmonie, die immer wieder gut sichtbar im Bühnenhintergrund spielt, findet der erste Teil der berühmten „Nibelungen“-Trilogie einen kompetenten Sachwalter. Stehende Ovationen für einen eindrucksvollen Abend.