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Zoe Saldana (linkse) als Uhura und John Cho (rechts) als Sulu kämpfen wieder gegen das Böse. Foto: Paramount
Zoe Saldana (linkse) als Uhura und John Cho (rechts) als Sulu kämpfen wieder gegen das Böse. Foto: Paramount
Sofia Boutella spielt im neuen „Star Trek“-Film eindrucksvoll die Rolle der Außerirdischen Jaylah.  Foto: Paramount
Sofia Boutella spielt im neuen „Star Trek“-Film eindrucksvoll die Rolle der Außerirdischen Jaylah. Foto: Paramount
20.07.2016

„Star Trek Beyond“: Action, Witz und ein paar Tränen

„Star Trek Beyond“ startet am Mittwoch mit einem Preview im Kino in Pforzheim. Im neuen Film erhebt sich ein Ausgeschlossener gegen die Ungleichheit.

Die Spannung ist groß, die Erwartungen sind hoch: Mit „Star Trek Beyond“ startet kein gewöhnlicher Film im Kino. Die Abenteuer der Sternenflotte sind Kult. Was 1966 als Fernsehserie begann, hat sich seitdem zu einem Franchise-Unternehmen mit mehr als 700 Serienfolgen und 13 Kinofilmen ausgeweitet. Zum 50-jährigen Bestehen der Saga haben „Fast and Furious“-Regisseur Justin Lin und Produzent J.J. Abrams deshalb einiges aufgefahren: dramatische Kampfszenen, aufwendig inszenierte Bilder, Tränen, starke Gefühle und viele komische Momente.

Der dritte Teil der 2009 gestarteten Neuauflage ist weniger düster und nachdenklich als die beiden ersten Teile. „Beyond“ hat viele lustige Dialoge, setzt aber auch stark auf Action, wie man sie aus „Star Wars“ oder „The Avengers“ kennt. Für manche Fans zu viel des Guten, hatten manche Trekkies doch schon vorher eine „Marvelisierung“ befürchtet. Für andere dagegen bietet der Film genau das, was sie erwarten: Spannung, Spaß und altvertraute Figuren wie Captain Kirk (Chris Pine), Commander Spock (Zachary Quinto) oder Lieutenant Uhura (Zoe Saldana). Auch Simon Pegg ist wieder dabei, als Ingenieur Scotty, Experte fürs Beamen, und Co-Autor des Drehbuchs.

Das Raumschiff Enterprise erforscht seit drei Jahren die Weiten des Universums. Plötzlich ein Hinterhalt: Tausende Flugobjekte bohren sich wie Speerspitzen in das Schiff. Bei der Notlandung auf einem unwirtlichen Planeten werden die Crew-Mitglieder zerstreut. In kleinen Gruppen versuchen sie, die anderen zu finden und sich in Sicherheit zu bringen. Auf dem Planeten lauert der mysteriöse Krall, mit übermächtigen Kräften im Bunde, der die Vereinte Föderation der Planeten vernichten will. Mit letzter Kraft nehmen die Sternenflottenforscher den Kampf gegen ihn auf.

Blinden Hass genährt

Erfinder Gene Roddenberry verwirklichte in seinen Geschichten die Vision einer Welt, in der unterschiedlichste Lebewesen einträchtig zusammenleben und sich dem Frieden verschrieben haben. In „Beyond“ ist die Ordnung bedroht von den Vernachlässigten, den Ausgestoßenen, die sich von der Föderation im Stich gelassen fühlen. Idris Elba („Mandela“) gibt eine fulminante Darbietung als Krall, der sich hinter einer fürchterlichen Maske verbirgt. Seinen blinden Hass hat er über viele Jahre hinweg genährt, bitter enttäuscht von der Selbstzufriedenheit, vor der auch die Föderation nicht gefeit zu sein scheint.

Regisseur Lin hat die Eigenheiten der Figuren fortentwickelt, wenngleich dies noch ausführlicher hätte geschehen können. Lustig: die Einblicke in den Alltag an Bord der Enterprise, jenseits der Kommandobrücke. Die hübsche Uhura und der spröde Spock sind immer noch verliebt, gehen sich aber nach einem Streit aus dem Weg. Und dann ist da noch die Außerirdische Jaylah (Sofia Boutella, „Kingsman: The Secret Service“). Krall und seine Mörder haben ihre Leute abgeschlachtet, sie lebt seitdem versteckt. Wie ein scheues Tier lässt sie sich misstrauisch darauf ein, mit Kirk für die Freiheit zu kämpfen.

Sulu outet sich

Am Rande versteckt gibt es noch eine kleine Begebenheit, die zum Geist von Star Trek passt, soziale, politische oder weltanschauliche Themen aufzugreifen. Steuermann Hikaru Sulu gibt sich als schwul zu erkennen. Liebevoll legt er den Arm um seinen Partner und die Tochter, die sie großziehen. Ein beiläufiger Moment, der eine Hommage an George Takei sein sollte, den Sulu-Darsteller aus der alten Serie, der 2005 seine Homosexualität öffentlich machte. „Ich bin froh, dass es jetzt eine schwule Figur gibt“, sagte Takei. Eine Hommage gibt es dann auch noch im Abspann. Denn gewidmet ist der Film zwei Toten: Leonard Nimoy, dem allerersten Mr. Spock. Und Anton Yelchin, der als Chekov die Enterprise geschickt durchs All navigierte und im Alter von 27 Jahren am 19. Juni bei einem Unfall starb.