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Mag die behagliche, entschleunigende Stimmung der Weihnachtszeit: Der beliebte Tenor Jay Alexander im Sonnenuntergang. Foto: J. Steinmetz
Mag die behagliche, entschleunigende Stimmung der Weihnachtszeit: Der beliebte Tenor Jay Alexander im Sonnenuntergang. Foto: J. Steinmetz
16.11.2018

Star-Tenor Jay Alexander bringt zweites Album mit Weihnachtsliedern heraus

Pforzheim. Christbaum, Adventskranz – und diese Düfte nach Zimt und Harz. Jay Alexander ist ein bekennender Freund der Weihnachtszeit, trotz Hektik und Kommerz. Da sind vor allem die Kindheitserinnerungen, die er damit verknüpft. „Mit meinem Vater, von Beruf Jäger, bin ich immer in den Wald gegangen. Dort haben wir den Weihnachtsbaum selbst geschlagen und nach Hause getragen.“

Damals mochte der Sänger den Geruch von Tannenharz an den Händen nicht. „Im Rückblick ist es aber wahnsinnig schön.“ Weswegen Jay Alexander das Ritual mit seinen Kindern heute wieder pflegt. Ebenso wie das gemeinsame Singen. „Es sind doch die Weihnachtslieder, die einen ein Leben lang begleiten.“

So klingt Jay Alexanders zweites Weihnachtsalbum

Wenig wunderlich, dass der beliebte Tenor wieder ein Weihnachtsalbum veröffentlicht. „Mit Liedern, die auf die erste CD nicht mehr gepasst haben“, sagt der 47-Jährige. Und zwei ganz besonderen Werken des Komponisten Theodor Röhmeyer. „Ein herausragender Musikschaffender in Pforzheim, hochbegabt und engagiert in vielen Bereichen“, gibt das Booklet zur CD Aufschluss. Es bietet viel Lesestoff, ist modern gehalten und kontrastiert damit zum Album-Cover im Retro-Stil.

Zwei Titel von Röhmeyer

Da der Komponist Röhmeyer viele Jahrzehnte in Pforzheim lebte und wirkte, fühlt sich Alexander ihm nicht nur durch die Lieder, sondern „unbekannterweise auch heimatlich sehr verbunden“. So gehört das titelgebende und vermutlich 1928 komponierte Stück „Ein Stern ging auf“ seit Jahren zu Alexanders Repertoire an Heiligabend. Das zweite („Weihnachtsjubel“) soll um dieselbe Zeit entstanden sein. Für dieses Stück hat sich Adrian Werum, der musikalische Arrangeur des Albums und Leiter des Orchesters der Kulturen, etwas einfallen lassen: Er schrieb einen reinen Holz- und Blechbläsersatz. Das Lied erhält dadurch Gewicht, es klingt gleichzeitig aber auch beflügelt und leicht.

Die beiden Lieder seien, so Alexander, noch nie aufgenommen worden. „Es ist eine späte Reminiszenz.“ Bisweilen frage er sich, was der Komponist zu den Arrangements auf der CD wohl sagen würde. Mit dem Orchester der Kulturen, dem Knaben- und dem Männerchor cappella vocalis Reutlingen sowie Mitgliedern der Singakademie Stuttgart hat er das Album in einer Kirche in Gönningen aufgenommen. Skurrilerweise mitten im Sommer. „Aber über die Texte und Musik kommt man schon in feierliche Stimmung.“ Für den bekannten Tenor steht jedenfalls fest, keine andere Jahreszeit wartet mit vielen verschiedenen Themen in den 17 Titeln auf: Winterliches wie „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und „Winter ade“, Adventslieder und natürlich vor allem Weihnachtstitel wie „Christnacht“ und „Herbei, o ihr Gläubigen“. Eine besondere Vorliebe hat der Sänger für Wiegenlieder, die ebenfalls wunderbar in die behagliche Winterzeit passen. Aus dieser schier unerschöpflichen Fülle hat sich Jay Alexander für seine weihnachtlich-winterliche CD „Ein Stern geht auf“ bedient. Deren Reiz liegt natürlich in seiner strahlenden, farbenreichen Stimme und in den Orchester-Arrangements: opulent, schlicht, munter, melancholisch, leise, laut, fröhlich und bedächtig, vom einfachen Kinderlied bis hin zum mehrstimmigen Choral.

Das Weihnachtsfest will der in Eisingen lebende Sänger wieder zu Hause verbringen, gemütlich gemeinsam Essen, singen und ganz traditionell in die Kirche gehen. Die Zeit empfindet Jay Alexander als entschleunigend. „Jesu Geburt ist ein Punkt, an dem ich innehalten kann“.