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Festliche Stimmung in der von unzähligen Kerzen erhellten Steiner Stephanuskirche beim Konzert mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und den Aurelius Sängerknaben. Foto: Roller
Festliche Stimmung in der von unzähligen Kerzen erhellten Steiner Stephanuskirche beim Konzert mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und den Aurelius Sängerknaben. Foto: Roller
03.12.2018

Stimmungsvolles Konzert mit dem SWDKO und den Aurelius Sängerknaben

Königsbach-Stein. Hosianna dem Sohne David“, singen die Aurelius Sängerknaben mit heller Stimme. Immer wieder, immer deutlicher dringt es am Samstagabend durch die mit unzähligen Kerzen geschmückte Stephanuskirche in Stein.

Stücke voller geistlicher Freude stehen auf dem Programm des Konzerts, das die aus Calw angereisten Sängerknaben unter der Leitung von Bernhard Kugler zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester aus Pforzheim (SWDKO) und der jungen Flötistin Helen Buck (15) geben. Etwa das „Rorate coeli“ von Meinrad Spieß und Bachs beschwingter Choral „Jesus bleibet meine Freude“.

Harmonischer Klang

Kraftvoll und flexibel agieren die Sänger, intonieren wunderbar fokussiert und bilden selbst feinste Nuancen präzise ab. Schön harmonieren die Stimmen, verschmelzen zu einem großen Klangkörper. Fanfarenartig, laut, zupackend und kräftig schmettern die Sängerknaben ihrem Publikum „Ehre sei Gott in der Höhe“ aus Dmitrij Bortnjanskis Konzert No. 6 entgegen. Mit weniger Wucht, fast schon schlicht, aber dafür mit viel Wärme und deutlich sanftmütiger, intonieren sie die ersten drei Strophen des Weihnachtslieds „Macht hoch die Tür“ und in kleinerer Besetzung Festlich-Traditionelles wie „Ach wann kommen jene Stunden“ und „Gegrüßt seist du, Maria“.

Schöne Farben liefern die Musiker des SWDKO bei John Rutters sanft-melodischem „Angels Carol“, während der Chor, gesanglich vorwärtsdrängend, alle Register zu ziehen scheint. Wunderbare Klangwelten entstehen in der Steiner Kirche aber nicht nur mit, sondern auch ohne die Sängerknaben. Nämlich dann, wenn die beweglich agierenden Musiker des Kammerorchesters allein spielen. Ganz zart, ganz leicht weben sie bei Felix Mendelssohn Bartholdys Adagio aus der elften Sinfonie in f-Moll einen feinen Klangteppich.

Ein feiner Kontrast dazu: Tschaikowskys eleganter Walzer aus der Serenade C-Dur (op. 48), bei dem die Geiger immer wieder schöne Aufschwünge liefern. Dezent im Hintergrund hält sich das Orchester dagegen, wenn Helen Buck mit ihrer Blockflöte den Altarraum betritt. Gleichsam dynamisch und wunderbar harmonisch wirkt das Zusammen- und Wechselspiel, das bei Telemanns „Les Plaisirs“ und „Air à l’Italien“ aus der Suite a-Moll entsteht. Die Mitglieder des Orchesters geben der jungen Künstlerin viel Raum.

Erst 15 Jahre ist sie alt und hat im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in den Jahren 2015 und 2018 jeweils einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl gewonnen. Nicht nur sie, sondern alle Beteiligten erhalten am Ende tosenden Beifall, auf den zwei Zugaben folgen: Die erste gestalten die Aurelius-Sängerknaben a cappella, bei der zweiten darf das Publikum kräftig mitsingen.