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Sting begeistert auf der „57th & 9th“ -Deutschlandtour die Massen. Foto: Heimken
Sting begeistert auf der „57th & 9th“ -Deutschlandtour die Massen. Foto: Heimken
31.03.2017

Sting bringt mit den Police-Hits die Menge in Stuttgart zum Toben

Stuttgart. Eigentlich können alle mitsingen – auch wenn es manchmal einen kleinen Moment dauert, bis die 6500 in der Porsche-Arena den Song erkannt haben. Denn Sting hat die Millionen-Hits von The Police gründlich gegen den Strich gebürstet, ihnen ein modernes Outfit verliehen. „Warum auch nicht, die Songs stammen schließlich von mir“, sagt er im Interview.

Alles ist dabei, was seit der späten 1970er-Jahre zum Welthit wurde: „Message In A Bottle“, „Walking In The Moon“, „So Lonely“, „Fields Of Gold“, „Shape Of My Heart“, „Roxanne“ und als Zugabe „Every Breath You Take“. Klar, der „Englishman In New York“ darf auch nicht fehlen – als Mitsingtitel und ziemlich rockig.

Überhaupt hat sich Sting, inzwischen 65 und fit wie ein Turnschuh, mit seiner „57th and 9th“-Tour zum neuen Album von Lautenmusik und Oper verabschiedet. Er rockt gewaltig, auch wenn der Abend mit leisen Tönen startet: Nur mit Gitarre kommt Sting, als Gordon Matthew Thomas Sumner 1951 im britischen Wallsend geboren, auf die Bühne, stimmt „Heading South On The Great North Road“ aus dem im November erschienene Album an. Sohnemann Joe Sumner (40) gesellt sich dazu – und überrascht mit kraftvoll angerauter Stimme. Nach drei Solo-Songs stimmen die vier Mitglieder der Band The Last Bandoleros aus San Antonio mit ein, die ebenso gut singen wie spielen. Und mit ihrem texanischen Einschlag eine ganz neue Klangfarbe ins Konzert bringen – samt großartiger Solos von Akkordeonspieler Percy Cardona.

Sting gibt Stoff

Im letzten Song „Where do you Go?“ kommt Sänger und Bassist Sting zurück, ehe er mit seinen Musikern (die Gitarristen Dominic und Rufus Miller sowie Schlagzeuger Josh Freese) nach einer kurzen Pause Stoff gibt: „Synchronicity II“ und „Spirits In The Material World“ bringen Bewegung ins Hallenrund.

Atempausen gibt es für die auf und vor der Bühne dann kaum mehr. Sting und seine zeitweise bis zu zehn Musiker und Sänger zelebrieren den Rock’n’Roll, aber auch jazzige Einschübe klingen an und Anleihen aus der Weltmusik. Doch mit Songs wie „Ashes To Ashes“, den er mit seinem Sohn als Hommage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Kollegen David Bowie singt, und der zweiten Zugabe „Fragile“ streichelt er auch die Seelen seiner Zuhörer.

Der Schluss ist wie der Beginn: Wenn Stings markante Stimme nur zur Gitarre sanft dahinströmt, dann ist die Gänsehaut kaum zu verhindern. Und ganz deutlich wird auch: Sting braucht keine wilden Video-Einspielungen, keinen Schnickschack oder Firlefanz. Der 65-Jährige im schlichten blauen T-Shirt und Jeans braucht nur seine Gitarre – und ein vor Begeisterung tobendes Publikum.