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Qualitätsvolle Bachstunde in der evangelischen Stadtkirche: das Trio Modern mit Nachum Erlich, Fan Yang und Anna-Lena Denk-Erlich (von links). Foto: Moritz
Qualitätsvolle Bachstunde in der evangelischen Stadtkirche: das Trio Modern mit Nachum Erlich, Fan Yang und Anna-Lena Denk-Erlich (von links). Foto: Moritz
14.06.2019

Stradivari durchflutet Kirchenraum: Trio Modern musiziert ungewöhnliches Programm

Pforzheim. Ungewöhnliches, sehr interessantes Programm bei der fünften Bachstunde in der gut besuchten Stadtkirche: Trio Modern – unter diesem Namen musizierten der israelische Violinist Nachum Erlich, Professor an der Karlsruher Musikhochschule, seine Frau, Mezzosopranistin Anna-Lena Denk-Erlich, die sich schwerpunktmäßig Konzert- und Liedgesang widmet, und die auf Korrepetition und Liedgestaltung spezialisierte chinesische Pianistin Fan Yang, die ebenfalls an der Karlsruher Musikhochschule unterrichtet. Die drei Programmblöcke, die Franz Schubert, Johannes Brahms und dem musikalischen Gebet gewidmet waren, beschäftigten sich mit dem alternativen, melodieführenden Einsatz von Gesang oder Violine, begleitet vom Klavier.

Zum Auftakt hatten die Musiker vier Sätze aus Franz Schuberts Fantasie für Violine und Klavier in C-Dur D934 ausgewählt und dazwischen die Schubert-Lieder „Nacht und Träume“ sowie „Ganymed“ gesetzt. Das einleitende Andante mit seinem unaufhörlich perlenden Klavierpart und den schier endlos darüber schwebenden Melodiebögen der Violine wurde von Nachum Erlich virtuos interpretiert, kongenial begleitet von Fan Yang. Ein besonderer Genuss war der exquisite Klang der Stradivari „Ludwig“ aus dem Jahr 1724, deren enormes Volumen im temperamentvollen Allegretto den ganzen Kirchenraum flutete.

Die Brahms-Lieder „Unbewegte, laue Luft“ und „Der Tod, das ist die kühle Nacht“ leiteten über zum berühmten Scherzo aus der „Frei, aber einsam“-Sonata, einer Gemeinschaftskomposition von Albert Dietrich, Robert Schumann und Johannes Brahms. Die geheimnisvolle Nachtstimmung der Lieder, von Anna-Lena Denk-Erlich einfühlsam interpretiert, passten gut zur düster-gespenstischen Atmosphäre, die das Scherzo heraufbeschwor.

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