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Schauspieler Jörg Bruckschen (links) und „Löbliche“-Obermeister Claus Kuge geben in der Thalia-Buchhandlung einen Einblick in die Geschichte Pforzheims.  Molnar
Schauspieler Jörg Bruckschen (links) und „Löbliche“-Obermeister Claus Kuge geben in der Thalia-Buchhandlung einen Einblick in die Geschichte Pforzheims. Molnar
06.11.2015

Streifzug durch die Stadtgeschichte: Literatur-Soiree der „Löblichen“

Pforzheim. Ob es eine „spannende Reise durch die Stadtgeschichte“ war, wie Claus Kuge den Abend eingangs umriss, sei einmal dahingestellt. Informativ war sie allemal.

Bei der zweiten Literatur-Soiree der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim stellte der Obermeister in der Thalia-Buchhandlung markante Bücher und Broschüren zur Stadtgeschichte Pforzheims vor.

An seiner Seite saß kein anderer als Schauspieler Jörg Bruckschen, der schon oft mit der „Löblichen“ zusammenarbeitete und diesmal aus kompakten Geschichtsbänden wie „Die Goldstadt Pforzheim“ von Christian Groh oder auch aus vergriffenen Büchern wie Klaus Kortüms „Portus Pforzheim – Untersuchungen zur Archäologie und Geschichte in römischer Zeit“ vorlas.

Stadt der Bildung

So ist gleich zu Beginn von den Humanisten Johannes Reuchlin und Philipp Melanchthon die Rede, die beide an der Pforzheimer Lateinschule unterrichtet wurden. „Mit Anshelms Druckerei war Pforzheim auf der Höhe der Zeit“, rezitierte Bruckschen in nüchternem Ton. Diese war 1502 gegründet worden und druckte auch Werke Reuchlins. Von der Bildung wechselte das Thema auf Leichteres. Dass der Pforzheimer Wochenmarkt eine über 900 Jahre alte Tradition aufweist und erst 1926 erstmals auf dem Turnplatz stattfand, vermittelte der Rezitator mit Auszügen aus dem Buch „Marktfrisch“ von PZ-Redakteurin Sandra Pfäfflin. Weder die Geschichte des Militärs kam zu kurz – Autor Hagen Franke saß sogar im Publikum – noch das Leben der streng religiösen „Cordianer“ um Willy Cordier, die sich 1952 zur Auswanderung entschlossen.

Um den Abend mit einem Schmunzeln zu beschließen, trug Bruckschen – als Rheinländer mehr schlecht als recht – noch ein paar Mundart-Häppchen aus Werner Puschners „Badisch für Anfänger“ vor. Und folgte zu guter Letzt der Bitte des ebenfalls anwesenden Heimatautors Gottfried Zurbrügg, den Anfang von „Der nackte Mann von Pforzheim“ zu lesen.