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Heiter und unbeschwert: Patrick Siben (rechts am Klavier) und seine Stuttgarter Saloniker begeistern mit ihrem Programm.
Heiter und unbeschwert: Patrick Siben (rechts am Klavier) und seine Stuttgarter Saloniker begeistern mit ihrem Programm. © Molnar
26.01.2016

Stuttgarter Saloniker bringen Schwung und gute Laune nach Mühlacker

Mühlacker. Momentan stehen sie eigentlich täglich auf der Bühne: Die Stuttgarter Saloniker sind im Neujahrsrausch. Dass sie bei ihrem 27. Konzert in diesem Jahr kein bisschen Langeweile oder gar Lustlosigkeit aufkommen lassen, verdient Respekt. Das Publikum im Mühlacker Uhlandbau schwingt zur ausgerufenen „Damenwahl“ zwar nicht das Tanzbein, hat aber bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ einen Heidenspaß.

Das ist vor allem einem zu verdanken: Kapellmeister Patrick Siben. Mit Pferdeschellen springt er plötzlich von der Bühne, galoppiert in rasanter Geschwindigkeit durch den Saal und drückt die Glöckchen den Zuschauern in die Hand. „Tief Luft holen und hü“, gibt er das Kommando und schon rasseln diese nacheinander zur Musik des Sextetts.

Weltbekannter Walzer

In diesem unbeschwerten Stil servieren Patrick Siben (Klavier, Schlagzeug, Perkussion), Walter Töws (Violine), Hoangh Nguyen (Violoncello), Paul Cervenec (Kontrabass), Thomas Althön (Klarinette, Oboe, Saxofon) und Daniel Bucher (Trompete) eine schwungvolle Nummer nach der anderen. Ihre musikalische Reise reicht vom Eröffnungsmarsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel über den weltbekannten Johann-Strauß-Walzer, „An der schönen blauen Donau“, bis hin zu mitreißenden Latin- und Jazzohrwürmern wie Scott Joplins Ragtime „Der Entertainer“.

Zu jedem Stück weiß der Kapellmeister alte Anekdoten zu erzählen. Überhaupt erweist sich Siben als Allroundunterhalter: Bei Mozarts Opernouvertüre zu der „Entführung aus dem Serail“ spielt er Triangel mit der Hand und Schlagzeug mit dem Fuß. In der Pause ist er sich nicht zu schade, Sekt auszuschenken. Und beim Auftritt von Stargast Roberto Santamaria schüttelt der Maestro tänzelnd die Shaker. Ob Rumba oder Cha-Cha-Cha, mit dem Kubaner an den Congas kommt gleich noch mehr gute Laune auf.

Als Zugabe darf natürlich eines nicht fehlen – der Radetzky-Marsch. Anita Molnar